Schwanger werden und bleiben: Warum der Kinderwunsch nur mit Progesteron in Erfüllung geht

Wenn es bei Paaren auf natürlichem Wege mit dem eigenen Baby nicht klappt, kann das viele Gründe haben. Ein nicht eben seltener ist ein Mangel an Progesteron – jenem Hormon, das im Körper der Frau vor allem für die Entstehung und den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich ist. Doch nicht alle Frauen verfügen von Natur aus über genügend Progesteron, weshalb auch in der Kinderwunschbehandlung Progesteron-Präparate zur Unterstützung der sogenannten Lutealphase eingesetzt werden. Bewährt hat sich dafür vor allem Progesteron in Form von Weichkapseln zur vaginalen Anwendung. So wird das für die Schwangerschaft so wichtige Schlüsselhormon direkt am Wirkort freigesetzt.

Das weibliche Sexualhormon Progesteron wird in der Lutealphase nach dem Eisprung im sogenannten Gelbkörper (Corpus luteum) gebildet. Für die Entstehung und den Erhalt einer Schwangerschaft ist das Gestagen unverzichtbar. Wie verschiedene Studien (1,2,3) zeigten, erleichtert es den männlichen Spermien das Eindringen in die Eizelle und fördert damit die Befruchtung. Zudem bereitet Progesteron nach dem Eisprung die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor: Es regt die Durchblutung der Schleimhaut an und versorgt die Gebärmutterhöhle mit Nährstoffen.

Progesteron ist unverzichtbar für die Schwangerschaft

Progesteron nimmt wesentlichen Einfluss auf die Wehentätigkeit: Es entspannt die Muskulatur der Gebärmutter und verhindert Kontraktionen, die den Embryo abstoßen würden. Zugleich hemmt es die Produktion des wehenauslösenden Hormons CRH im Mutterkuchen (Plazenta). Dies ist ein wichtiger Aspekt zur Vorbeugung von Frühgeburten, die häufig in direktem Zusammenhang mit einem steilen CRH-Anstieg stehen. Progesteron bewahrt darüber hinaus die Eihäute der Fruchtblase vor dem Zerfall (Apoptose) und verhindert so einen vorzeitigen Blasensprung. Das Gestagen fördert die Reifung des Gebärmutterhalses (Zervix). Es wirkt einer vorzeitigen und nicht umkehrbaren Öffnung des Muttermundes – ebenfalls Zeichen für eine drohende Frühgeburt – entgegen.

Mit Progesteron leichter schwanger werden

Doch nicht alle Frauen verfügen von Natur aus über genügend Progesteron. Eine Funktionsschwäche der Eierstöcke, eine sogenannte Gelbkörperschwäche oder ausbleibende Eisprünge können zu einem Progesteronmangel führen. Frauen, deren Progesteronspiegel nach dem Eisprung zu niedrig sind, haben meist Schwierigkeiten schwanger zu werden. Spricht die frauenärztliche Untersuchung dafür, kann ein verschreibungspflichtiges Progesteron-Präparat Abhilfe schaffen. Die Weichkapseln werden in die Vagina eingeführt, wo sie bei Körpertemperatur schmelzen und das für die Schwangerschaft so wesentliche Schlüssselhormon Progesteron direkt an Ort und Stelle freisetzen.

Progesteron in der Kinderwunschbehandlung

Auch in der Kinderwunschbehandlung spielt die vaginale Zufuhr von Progesteron eine wichtige Rolle. Bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) werden die Eierstöcke der Frau so stimuliert, dass in ihnen mehrere Eizellen gleichzeitig reifen. Diese werden im Reagenzglas („in vitro“) mit den männlichen Spermien befruchtet. Maximal drei der Embryonen werden in die Gebärmutter übertragen. Häufig kommt es jedoch in der frühen Schwangerschaft zu einem rapiden Abfall des Progesteronspiegels während der Lutealphase. Mit fatalen Auswirkungen: Denn eine zu geringe Progesteronkonzentration gaukelt dem Gehirn vor, dass keine Befruchtung erfolgt ist. Infolgedessen wird die Monatsblutung – und damit unter Umständen auch die Abstoßung des Embryos – ausgelöst. Um einen Abort zu verhindern, erhalten Frauen deshalb bei einer Kinderwunschbehandlung in aller Regel Progesteron zur Unterstützung der Lutealphase. Weltweit bewährt hat sich die vaginale Anwendung von Progesteron-Weichkapseln. So muss das Schwangerschaftshormon nicht erst die Leber und den Verdauungstrakt passieren, sondern kann – wie von der Natur vorgesehen – seine positiven Effekte direkt an der Gebärmutter entfalten.

Quellen:
(1) Schiffer C et al. EMBO Rep. 2014 Jul;15(7):758-65
(2) Brenker C et al. EMBO J. 2012 Apri 4;31(7):1654-65
(3) Strünker T et al. Nature. 2011 Mar 17;471(7338):382-6

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Körperidentische Hormone für einen besseren Schlaf

Extrem belastend, aber beileibe keine Seltenheit: Etwa jede zweite Frau leidet in den Wechseljahren unter Schlafstörungen. Seit langem bekannt ist der schlaffördernde Effekt von abends eingenommenem natürlichem Progesteron, das zum Schutz der Gebärmutter von vielen Frauenärzten im Rahmen einer kombinierten Hormonersatztherapie (HRT) verordnet wird. Doch auch Östradiol kann – vor allem über die Haut angewendet – die Schlafqualität verbessern.

Sie fahren aus dem Schlaf hoch und stellen nicht selten fest: Alles ist nass. Aufstehen, Kleidung wechseln, das Bett frisch beziehen: Für manche Frauen ist das in den Wechseljahren eine Prozedur, die sich Nacht für Nacht – manchmal sogar mehrmals pro Nacht – wiederholt. Hitzewallungen und Nachtschweiß sind typische Wechseljahresbeschwerden, denn der fortschreitende Östrogenmangel bringt unter anderem das Temperaturregelzentrum des Körpers durcheinander. Die sogenannten „Hot Flushes“ dauern in der Regel etwa ein bis fünf Minuten. Im besten Falle macht sich nur ein leichtes Wärmegefühl im Körper breit, bei starker Ausprägung aber breitet sich ein plötzliches brennendes Hitzegefühl über den Oberkörper und das Gesicht aus – begleitet von Hautrötungen und heftigem Schwitzen. Klingt die „fliegende Hitze“ schließlich ab, bleiben durch den erkaltenden Schweiß auf der Hautoberfläche Kältempfinden und Schüttelfrost zurück. An Schlaf ist nach all der Aufregung meist länger nicht zu denken, der darauffolgende Tag wird nach solch schlaflosen Nächten zur Tortur.

Hormonersatztherapie lindert Hitzewallungen

Hitzewallungen und Nachtschweiß sind die Wechesljahressymptome, die Frauen meist am stärksten belasten. Die wirksamste Behandlung zur Linderung ist eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen, mit deren Hilfe die niedrigen Hormonspiegel ausgeglichen werden. All jenen Frauen, die noch ihre Gebärmutter haben, verordnet der Frauenarzt zusätzlich eine Gestagenkomponente zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut vor Wucherungen. Viele Experten bevorzugen aufgrund des günstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses die Kombination von körperidentischem bzw. bioidentischem Östradiol, das transdermal auf die Haut aufgetragen wird, und natürlichem Progesteron . Während die schlaffördernde Wirkung von Progesteron schon länger bekannt ist (1), weisen nun neuere Studienergebnisse (2) darauf hin, das auch Östradiol allein die Nachtruhe verbessert: Da nächtliche Hitzewallungen reduziert werden, hat das fast automatisch auch einen positiven Effekt auf den Schlaf. Als besonders günstig gilt transdermal angewandtes Östradiol. Der Vorteil gegenüber einer Therapie mit Tabletten: Das Östradiol wird gleichmäßig über den Tag ins Blut abgegeben, die Wirkung hält auch über Nacht an.

Mehr Informationen unter www.wechseljahre-verstehen.de

Quellen:

(1) Caufriez et al. Progesterone Prevents Sleep Disturbances and Modulates GH, TSH, and Melatonin Secretion in Post-menopausal Women. J Clin Endocrinol. 2011; 96(4): E614-23
(2) Cintron D et al. Effects of oral versus transdermal menopausal hormone treatments on self-reported sleep domains and their association with vasomotor symptoms in recently menopausal women enrolled in the Kronos Early Estrogen Prevention Study (KEEPS). Menopause 2018; 25(2): 145 – 153

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Hormonersatztherapie – die individuelle Behandlung bei Wechseljahresbeschwerden

Viele Frauen nehmen Abstand von einer Hormonersatztherapie aus Angst, sie könne die Gesundheit gefährden. Auslöser war die sogenannte WHI-Studie („Women’s Health Initiative“) aus dem Jahr 2002. Obwohl die Studienautoren bereits 2016 schwere Interpretationsfehler einräumten, hält sich das Vorurteil hartnäckig.

Statt einer individuellen Hormonersatztherapie (HRT) setzen immer noch viele Frauen auf Antidepressiva, Schlafmittel oder alternative Substanzen, deren Wirksamkeit nicht durch Studien gesichert ist. Oder sie versuchen, die Symptome mit einem gesunden Lebensstil in den Griff zu bekommen – was bei starken Wechseljahresbeschwerden selten Aussicht auf Erfolg hat.
Neuere Studienanalysen (1) und die Neubewertung der WHI-Studie (2) weisen darauf hin, dass eine frühe HRT in der Menopause nicht nur die Beschwerden effektiv behandelt, sondern sich auch günstig auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Inzwischen gibt es überzeugende Hinweise, dass die kombinierte HRT mit transdermalem Östradiol und natürlichem Progesteron eine sicherere Therapieoption zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen ist als die zuvor untersuchte Kombination von Östrogenen aus dem Urin trächtiger Stuten und einem synthetischen Gestagen in Form von Tabletten (3).

Trend: Maßgeschneiderte Therapie statt „Gießkannenprinzip“

Bei dieser modernen Hormonersatztherapie werden dem Körper lediglich jene Hormone zugeführt, die er selbst nicht mehr in ausreichendem Maße produziert – die Östrogene. Ging man dabei früher nach dem „Gießkannenprinzip“ vor, werden Hormone heute individuell dosiert und gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Patientin abgestimmt. Frauen, die noch eine Gebärmutter haben, erhalten zusätzlich ein Gestagen wie natürliches Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut vor Wucherungen schützt. Der Therapie sollte immer eine gründliche Untersuchung des Frauenarztes vorausgehen. Die fachärztliche Anamnese, die Art der Hormone und die Wahl der Applikationsform minimieren Risiken und Nebenwirkungen. Beispielweise hat transdermal aufgenommenes naturidentisches Östradiol einen großen Vorteil: Da es nicht – wie Tabletten – die Leber passieren muss, bleibt das Thrombose-Risiko gering (4).

Quellen:

(1) The North American Menopause Society. The 2017 hormone therapy position statement of The North American Menopause Society. Menopause. 2017 Jul;24(7):728-753)
(2) Manson JE, et al. Menopausal hormone therapy and health outcomes during the intervention and extended poststopping phases of the Women’s Health Initiative randomized trials. JAMA. 2013;310(13):1353-68.
(3) Mueck AO. Transdermal estradiol and progesterone: The only bioidentical HRT, discussed at the NAMS 2016 annual meeting. Gynäkologische Endokrinologie. 2017;15:65-72
(4) Scarabin PY. Progestogens and venous throm-boembolism in menopausal women: an updated oral versus transdermal estrogen metaanalysis. Climacteric. 2018;21:341-5

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Neues Infoportal für Frauen

In Deutschland gab es noch nie so viele Frauen in den Wechseljahren wie heute. Dennoch werden die Beschwerden, die diese Lebensphase mit sich bringt, häufig unterschätzt oder nicht mit den hormonellen Veränderungen des Körpers assoziiert. Das neue Online Informations-Portal www.wechseljahre-verstehen.de möchte Frauen unterstützen, beraten und aufklären – über die biologischen Vorgänge während dieser Zeit, bekannte und weniger bekannte Beschwerden bis hin zu verschiedenen Therapiemöglichkeiten. Denn Wechseljahresbeschwerden muss niemand still erdulden. Eine erfolgreiche Behandlung verbessert das Lebensgefühl deutlich.

Wechseljahre erkennen und verstehen

Das neue Informationsportal beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Wechseljahre und hilft Frauen, diese Phase zu managen:

• Der Beschwerde-Navigator klärt über die vielfältigen Wechseljahressymptome und ihre Ursachen auf.
• Der Menocheck-Fragebogen dient zur optimalen Vorbereitung des Arztbesuches – einfach die 18 Fragen zu aktuellen Beschwerden und gesundheitlicher Vorgeschichte ausfüllen, ausdrucken und beim Arzt vorlegen.
• In der Rubrik Expertenrat können Frauen Fragen stellen, die von einem Experten persönlich und zeitnah beantwortet werden.
• Unter dem Punkt Therapiemöglichkeiten werden unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten erläutert – von Akupunktur bis zur modernen kombinierten Hormonersatztherapie mit transdermalem Östrogen, die als besonders risikoarm gilt (1).
• Im Passus Mein Alltag finden Frauen wichtige Tipps zu ausgewogener Ernährung, Bewegung und zur Verhütung während der Wechseljahre.

Quelle:
(1) Vinogradova Y et al. Use of hormone replacement therapy and risk of venous thromboembolism: nested case-control studies using the QResearch and CPRD databases. Nov. 2018, BMJ 2019;364:k4810

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Bei Diabetes Testosteronwerte im Blick behalten

Wenn bei Männern der Bauch über die Maßen wächst, sinkt häufig der Spiegel ihres Sexualhormons Testosteron. Und das kann ernstzunehmende Folgen für die Gesundheit haben. So steigt vor allem das Risiko für Diabetes Typ 2 und das metabolische Syndrom mit Übergewicht in der Bauchregion, erhöhten Blutfett-, Blutzucker- und Blutdruckwerten deutlich an.

Hormonausgleich kann vor ernsten Folgen schützen

Tatsächlich leiden mehreren Studien zufolge bis zu 50 Prozent aller männlichen Typ-2-Diabetiker unter einem Testosteronmangel (1, 2), weil ihre Hoden nur unzureichende Mengen an Testosteron produzieren. Oft bleiben solche hormonellen Störungen zunächst unbemerkt. Wachsam werden sollten Männer, wenn sich ein Bauch vom Apfeltyp entwickelt, der Body-Mass-Index über 25 klettert und der Bauchumfang über 94 cm misst. Denn das viszerale Fett, allgemein als Bauchfett bekannt, geht oft mit einer erhöhten Insulinresistenz der Zellen einher. Diese stellt eine Vorstufe des Diabetes Typ 2 dar und ist häufig mit einem Testosteronmangel assoziiert (3).

Gemäß den Ergebnissen der „20.000er-Testosteronstudie“ leidet fast jeder zwölfte deutsche Mann zwischen 18 und 100 Jahren unter einem erheblichen Testosteronmangel. Bei nahezu jedem Vierten liegt ein mehr oder minder schwerer Testosteronmangel vor (4). Zudem litten die Männer mit erniedrigten Testosteronwerten viel häufiger an einem Diabetes als jene Männer mit Testosteronwerten im Normalbereich – das Risiko für die Entwicklung eines Diabetes war um 68 Prozent erhöht (5).

Darüber hinaus haben Diabetiker im Schnitt ein um sechs bis acht Prozent höheres Sterberisiko als Nicht-Diabetiker (6). Liegt zusätzlich ein unbehandelter Testosteronmangel vor, ist die Sterblichkeit noch höher (7). Deshalb sollten insbesondere Männer mit Diabetes Typ 2 oder viszeralem Übergewicht ihren Testosteronspiegel vom Arzt bestimmen lassen.

Testosteronmangel individuell und präzise ausgleichen
Ob ein Testosteronausgleich medizinisch notwendig ist, bestimmen Urologen oder Andrologen mithilfe eines Bluttests. Ein Testosteronmangel kann einfach und schnell mithilfe eines Testosteronpräparates, beispielsweise einem Testosteron-Gel ausgeglichen werden. Es wird großflächig auf Schultern oder Oberarmen aufgetragen und sorgt dafür, dass 24 Stunden lang gleichmäßig Testosteron in den Blutkreislauf abgegeben wird, ohne die Leber zu belasten. Ein Pumpspender ermöglicht eine präzise und individuelle Dosierung.

Mehr Informationen und einen Testosteron-Selbsttest gibt es unter www.mannvital.de

Quellen:
(1) Rao PM et al. Nat Rev Endocrinol 2013; 9: 479–493
(2) Hackett G et al. Clinical Practice 2016; 70: 244-253
(3) Ebrahimi F, Christ-Crain M. Swiss Med Wkly. 2016; 146:w14283
(4) www.mann-und-gesundheit.com/dgmg-in-den-medien/pressemitteilungen?view=document&id=132:deutsche-testosteron-studie-auf-weltniveau&catid=26:pressemitteilungen; letzter Abruf am 26.02.2019
(5) Rao PM et al. Nat Rev Endocrinol 2013; 9: 479–493
(6) www.mann-und-gesundheit.com/aktuelles/118-diabetiker-leiden-haeufig-an-einem-testosteronmangel; letzter Abruf am 26.02.2019
(7) Muraleedharan V et al. Eur J Endocrinol. 2013;169(6):725-33

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Gesunden Herzens durch die Wechseljahre

Der Wechsel bringt meist eine Reihe von unangenehmen Beschwerden mit sich. So leiden viele Frauen unter nächtlichen Hitzewallungen, die den Schlaf stören. Das hat nicht nur unmittelbare Folgen wie Müdigkeit und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Auch das Herz- und Gefäßrisiko steigt. Um möglichst gesund durch die Wechseljahre zu kommen, empfahlen Experten bei der jüngsten Jahrestagung der Deutschen Menopause Gesellschaft (DMG) einen möglichst gesunden Lebensstil – mit ausreichend Bewegung, Lebenszufriedenheit und genügend Schlaf. Auch eine Hormonersatztherapie, die zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden verordnet wird, kann demnach positive Effekte haben.

Erhöhtes Herz-Kreislaufrisiko

Mit dem Klimakterium steigt das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen an. Mit der rückläufigen Produktion des Sexualhormons Östrogen verringert sich dessen herz- und gefäßschützende Wirkung. Zudem begünstigt sein Fehlen eine übermäßige Fettzunahme in der Bauchregion, die ebenfalls eine Gefahr für das Herz darstellt. Da Herz-Kreislauferkrankungen als die häufigste Todesursache von Frauen nach den Wechseljahren gelten, sollte man Herz und Gefäßen in dieser Lebensphase besondere Aufmerksamkeit schenken.

Experten raten zu einem gesunden Lebensstil

Mehr noch als in jungen Jahren kommt es in und nach den Wechseljahren auf einen gesunden Lebensstil an, wie die Experten bei der DMG-Jahrestagung betonten. Herz und Kreislauf lassen sich durch regelmäßige leichte bis moderate Bewegung stärken. Auch Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und kleine tägliche Glücksmomente wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Ganz wichtig ist zudem ausreichend Schlaf. Denn bei Frauen mit anhaltenden Schlafstörungen und einer Schlafdauer von weniger als sieben Stunden pro Nacht haben US-Wissenschaftler (1) eine vermehrte Zunahme von Ablagerungen, also Plaques, und Verdickungen der Gefäßwände von Arterien entdeckt.

Besserer Schlaf – Schutz für Herz und Gefäße

Schlafstörungen in den Wechseljahren können hormonell bedingt sein. Die Funktion des Temperaturzentrums im Gehirn gerät durch die nachlassende Östrogenproduktion in den Eierstöcken durcheinander. Infolgedessen kommt es oft sogar mehrmals pro Nacht zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Um die gestörte Thermoregulation zu normalisieren, ist eine vom Frauenarzt verordnete Hormonersatztherapie (HRT) das wirksamste Mittel. Individuell an die persönlichen gesundheitlichen Voraussetzungen der Patientin angepasst, lindert die HRT nicht nur klimakterische Beschwerden und sorgt für eine gesunde und erholsame Nachtruhe. Sie hat laut den Experten in Frankfurt auch einen stabilisierenden Effekt auf die Herz- und Gefäßgesundheit. Fällt die Entscheidung für eine HRT, ist ein frühzeitiger Beginn wichtig – nämlich in einem Alter von unter 60 Jahren, beziehungsweise nicht später als zehn Jahre nach der letzten Regelblutung. Innerhalb dieses Zeitfensters sinkt durch die Hormonbehandlung die Gesamtsterblichkeit um 30 Prozent (2), die Häufigkeit einer koronaren Herzerkrankung verringert sich um die Hälfte.

Transdermales Östrogen und natürliches Progesteron

Von Experten besonders empfohlen wird die Anwendung von Östrogen über die Haut – etwa mit einem Hormon-Dosiergel, das einmal täglich auf Schultern oder Arme aufgetragen wird. Es ist unsichtbar und gibt seinen Wirkstoff über 24 Stunden gleichmäßig in den Blutkreislauf ab. Im Gegensatz zu Tabletten belastet die transdermale Darreichungsform nicht den Leberstoffwechsel. Das Schlaganfall-Risiko wird nicht erhöht, wie eine Studie der Universität Kopenhagen mit über 980.000 Frauen (3) zeigte. Bei Frauen, die noch eine intakte Gebärmutter besitzen, sollte das transdermale Östrogen mit natürlichem Progesteron kombiniert werden. Das körperidentische Sexualhormon schützt die Gebärmutter vor übermäßigem Zellwachstum und unkontrollierten Blutungen. Bei der Kombination von transdermalem Östrogen und natürlichem Progesteron steigt das Thrombose-Risiko nicht an im Vergleich zu Östrogen-Tabletten und einigen synthetischen Gestagenen (4).

Weitere Informationen unter www.wechseljahre-verstehen.de und www.hormontherapie-wechseljahre.de

Literatur:
(1) https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/
herzinfarkt/article/931265/-wechseljahre-schlechter-schlaf-riskant-gefaesse.html
(2) Prof. Helmut Schatz: http://blog.endokrinologie.net/weibliche-hormongabe-cochrane-analyse-3227/; H.M.P. Boardman et al.: Hormone-therapy for preventing cardiovascular disease in post-menopausal women. Cochrane Database of Systematic Reviews 2015, Art. No.: CD00229. DOI: 10.1002/14651858.CD002229.pub4.)
(3) Løkkegaard E et al. Stroke. 2017;48: 2266-2269
(4) Scarabin PY, Climacteric 2018, 21:4, 341-345, DOI: 10.1080/13697137.2018.1446931

Quelle:
Symposium „Hart aber herzlich“ im Rahmen der DMG-Jahrestagung,
23. November 2018, Frankfurt/Main.
Veranstalter: DR. KADE / BESINS Pharma GmbH, Berlin

Bildquelle: 123rf/mitarart

Hormonersatztherapie 2.0

Biologisch gesehen, geschieht immer das Gleiche. Die Hormonproduktion der Eierstöcke nimmt allmählich ab. Der Östrogenspiegel schwankt, bis er nach der Menopause, der letzten Menstruation, ins Dauertief sinkt. Aber wann die Wechseljahre beginnen, wie lange sie dauern, und wie stark Beschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, Scheidentrockenheit oder Schlafstörungen empfunden werden, ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich.

Ganz individuell auf die Frau zugeschnitten

Bei manchen Frauen dauern die mit der hormonellen Umstellung verbundenen Beschwerden mehrere Jahre an und greifen heftig in die Lebensqualität ein. Auch nach der letzten Regelblutung sind Frauen nicht davor gefeit. Die gute Nachricht ist jedoch, dass keine Frau sich mit Wechseljahresbeschwerden einfach abfinden muss. Denn durch eine vom Frauenarzt verordnete, an die individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen der Patientin angepasste Behandlung lassen sich menopausale Beschwerden heute effektiv lindern und gesundheitliche Risiken minimieren.

Östradiol – am besten transdermal

Beeinträchtigen Wechseljahresbeschwerden die Lebensqualität, verschreibt der Gynäkologe häufig eine Hormonersatztherapie (HRT), zum Beispiel mit den weiblichen Sexualhormonen Östradiol und Progesteron. Viele Frauenärzte verordnen bevorzugt ein Östrogen-Gel , das mithilfe eines Spenders präzise dosiert und auf die Haut aufgetragen wird. Die transdermale Anwendung belastet gegenüber Tabletten nicht den Leberstoffwechsel. Zudem zeigte eine Studie der Universität Kopenhagen mit über 980.000 Frauen (1), dass eine HRT, die über die Haut wirkt, das Schlaganfallrisiko nicht erhöht. Tatsächlich gilt eine Kombination aus transdermalem Östradiol und mikronisiertem Progesteron zum Schutz der Gebärmutter heute bei Experten als die einzige echte, bioidentische Hormonersatztherapie (2), weil die zugeführten Hormone identisch mit den körpereigenen Botenstoffen sind.

Auch niedrig dosierte Hormone haben eine starke Wirkung

Grundsätzlich wird der Frauenarzt immer versuchen, die Dosierung des Östradiol-Gels möglichst gering zu halten, besonders bei Frauen mit Risikofaktoren wie einer erhöhten Thromboseneigung, Rauchen oder Übergewicht. Vor allem für sie bringt die Kombination aus transdermalem Gel und natürlichem mikronisierten Progesteron erhebliche Vorteile. Denn sie führt im Vergleich zu Östrogen-Tabletten oder synthetischen Gestagenen nicht zu einem erhöhten Thromboserisiko, so eine aktuelle Studie der französischen Universität Paris-Saclay (3). Und Forscher der renommierten Mayo Clinic Rochester (4) kamen zu dem Schluss, dass transdermale Hormone auch die Nachtruhe verbessern, die bei vielen Frauen in den Wechseljahren etwa durch nächtliche Schweißattacken gestört ist.

Natürliches Progesteron schützt die Gebärmutter

Frauen, die noch ihre Gebärmutter besitzen, verordnet der Arzt zusätzlich zum Östrogen auch ein Gestagen wie zum Beispiel natürliches Progesteron. Es verhindert, dass sich die Schleimhaut der Gebärmutter hormonell bedingt übermäßig aufbaut und dass es zu Wucherungen kommt. Zudem kann mikronisiertes Progesteron im Rahmen der Kombinationstherapie auch einen gesunden, erholsamen Schlaf fördern (5).

Naturmittel nicht einfach selbst testen

Ob Rhapontikrhabarber, Rotklee, Soja oder Salbei gegen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen – auch eine Selbstbehandlung mit Naturarzneien sollte immer mit dem Frauenarzt besprochen werden. Denn bei einigen ist die Wirkung durchaus umstritten, andere haben Nebenwirkungen. Soja etwa kann möglicherweise die Funktion der Schilddrüse stören. Auf keinen Fall aber sollten Frauen mit intakter Gebärmutter bei einer HRT-Kombination die Weichkapseln mit natürlichem Progesteron ohne Grund gegen von der Apotheke gemischte Progesteron-haltige Mittel austauschen. Bei diesen Rezepturen fehlen Studien; sie sind von keiner Arzneimittelbehörde zugelassen.

Weitere Informationen unter www.hormontherapie-wechseljahre.de und www.progesteron.de

Literatur:
(1) Løkkegaard E et al. Stroke. 2017;48: 2266-2269
(2) „Hormonersatztherapie mit transdermalem Estradiol und Progesteron: Positive Effekte erneut bestätigt”, Literaturarbeit, Medizin Report aktuell Nr. 449123 in: gynäkologie + geburtshilfe 5/2018
(3) Scarabin PY, Climacteric 2018, 21:4, 341-345, DOI: 10.1080/13697137.2018.1446931
(4) Cintron D et al. Menopause. 2018 Feb;25(2):145-153. DOI: 10.1097/GME.0000000000000971.
(5) Schüssler P et al. Psychoneuroendocrinology. 2008 Sep; 33(8): 1124-31

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Neue Progesteron-Weichkapseln erhöhen die Chancen einer Schwangerschaft

Kaum ein Wunsch ist stärker, intensiver und nachhaltiger als die Sehnsucht nach einem eigenen Kind. Viele Frauen machen sich Monat für Monat neue Hoffnungen und viele werden immer wieder bitter enttäuscht. Kein Wunder, dass verzweifelte Paare reproduktionsmedizinische Praxen und Zentren aufsuchen, um sich einer Kinderwunschbehandlung zu unterziehen. Die Chancen auf eine aussichtsreiche Schwangerschaft lassen sich jetzt mit neuen Progesteron-Weichkapseln zur vaginalen Anwendung erhöhen.

Hormon ist elementar für die Schwangerschaft

Progesteron ist nicht nur für die Entstehung, sondern auch für den Erhalt einer Schwangerschaft elementar wichtig. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut darauf vor, der befruchteten Eizelle optimale Bedingungen für die Einnistung zu schaffen – mit reichlich Nährstoffen und einer verstärkten Durchblutung der Gebärmutterhöhle. Progesteron vermindert aber auch Gebärmutterkontraktionen und verhindert auf diese Weise die Abstoßung des eingenisteten Embryos sowie vorzeitige Wehen.
Die Schutzwirkung des Hormons ist auch besonders entscheidend bei der Kinderwunschbehandlung, beispielsweise im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation (IVF). Hierbei werden in den meisten Fällen die Eierstöcke durch Sexualhormone so stimuliert, dass mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen. Sie werden unter Narkose entnommen, mit dem männlichen Samen befruchtet und zum richtigen Zeitpunkt werden ein bis maximal drei Embryonen zurück in die Gebärmutter übertragen.

Progesteron steigert den Erfolg einer künstlichen Befruchtung

Bei der künstlichen Stimulation während einer IVF-Behandlung kommt es etwa in der Mitte der Zeitspanne zwischen Eisprung und Monatsblutung (Lutealphase) häufig zu einem rapiden Abfall des Progesterons. Um die für eine Schwangerschaft notwendigen Progesteronspiegel zu erreichen, muss die Lutealphase dann unterstützt werden. Seit jeher werden deshalb in der Lutealphase Progesteron-Präparate zur Behandlung eingesetzt.
Einen Progesteronmangel in der Lutealphase können jetzt neue verschreibungspflichtige Progesteron-Weichkapseln, die zur vaginalen Anwendung zugelassen sind, optimal ausgleichen. Sie sind ebenso wirksam wie intramuskuläre Injektionen, aber für die Patientinnen besser verträglich und angenehmer in der Anwendung. Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass die vaginale Applikation von Progesteron-Weichkapseln zu hohen Implantations-, Schwangerschafts- und Geburtsraten sowie vergleichsweise niedrigen Abortraten führt.
Die Weichkapseln schmelzen bei Körpertemperatur und geben das suspendierte Progesteron frei. Die empfohlene Dosierung zur Lutealphasenunterstützung ist 3×200 mg am Tag. Das Progesteron-Präparat sollte mindestens bis zur siebten und maximal bis zur 12. Schwangerschaftswoche angewendet werden. Für den individuellen Bedarf stehen zwei Packungseinheiten mit 45 oder 90 Weichkapseln zur Verfügung.

Weitere Informationen unter www.progesteron.de

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Frauenherzen profitieren von einer Hormonersatztherapie

Mehr als 15 Jahre nach der Fehlinterpretation der Women’s Health Initiative (WHI) Studie ist die Hormonersatztherapie (HRT) rehabilitiert (1). Beim Weltkongress der Internationalen Menopause Gesellschaft (IMS) in Vancouver, Kanada forderten die Experten, Wechseljahresbeschwerden mit einer individuell angepassten HRT zu behandeln und deren Vorteile für die Frauengesundheit zu nutzen. Denn wie Untersuchungen zeigten, kann eine frühzeitig durchgeführte HRT das Risiko für Herzinfarkte sowie die Gesamtsterblichkeit senken (1,2).

Weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Durch die Fehlinterpretation der Women’s Health Initiative (WHI) Studie gingen die frauenärztlichen HRT-Verordnungen stark zurück. So blieb Millionen von Frauen nicht nur eine wirksame Behandlung ihrer Wechseljahresbeschwerden vorenthalten, sondern auch der Herz- und Gefäßschutz, den eine HRT erwiesenermaßen mit sich bringt. Auch beim jüngsten Weltkongress der IMS wurden die positiven Effekte einer HRT auf die Herz- und Gefäßgesundheit deutlich gemacht. Eine Langzeitstudie (2) in Dänemark mit über 1.000 Teilnehmerinnen, bei denen, anders als bei der WHI-Studie, individuelle Risikofaktoren ausgeschlossen worden waren, zeigte: Langfristig profitierten die Frauen von der Hormonbehandlung. Nach zehn Jahren gab es in der Gruppe der mit einer HRT behandelten Frauen deutlich weniger Herzinfarkte, Herzversagen und Sterbefälle als in der Kontrollgruppe ohne HRT. Zugleich war ihr Risiko für eine Krebserkrankung, unter anderem Brustkrebs, nicht angestiegen.

Hormone niemals abrupt absetzen

Wie die Experten in Vancouver berichteten, ist für den Nutzen der HRT deren Beginn entscheidend. Die dänische Studie (2) konnte zeigen, dass sich bei einem Therapiebeginn im Alter zwischen 45 und 58 Jahren das Risiko für Herzinfarkt und Herzinsuffizienz deutlich reduzierte (2). Für ein optimales Nutzen-Risiko-Verhältnis sollte die letzte Regelblutung nicht länger als zehn Jahre zurückliegen (3). Doch kann – etwa bei anhaltenden Beschwerden – auch bei Frauen über 60 oder 65 Jahren nach eingehender Abwägung eine Fortführung der HRT individuell in Betracht gezogen werden. Wichtig im Hinblick auf die Gefäßgesundheit: Die Behandlung sollte nie abrupt abgesetzt, sondern die Hormondosis sollte langsam reduziert werden. Anderenfalls können sich Plaques von den Gefäßwänden lösen und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen. Zur Sicherheit wird vor Absetzen der HRT eine Gefäßuntersuchung empfohlen.

„Einzige echte bioidentische HRT“

Zudem spielt die Darreichungsform eine wesentliche Rolle für den gesundheitlichen Nutzen. Eine Beobachtungsstudie mit 980.000 Frauen zeigt, dass durch eine transdermale, also über die Haut angewendete, Hormonersatztherapie das Schlaganfallrisiko nicht erhöht wurde. Bei oraler Anwendung stieg das Risiko hingegen an (4). Auch das Thromboserisiko scheint sich durch die transdermale An-wendung nicht zu erhöhen (3). Aus diesen Gründen wurde die Kombination von transdermalem Östradiol und natürlichem Progesteron beim Weltkongress in Vancouver als besonders risikoarme HRT mehrfach erwähnt. Zudem wird sie als „einzige echte bioidentische Hormonersatztherapie“ bezeichnet, da die zugeführten Hormone identisch mit den im Körper produzierten Hormonen sind.

Warum natürliches Progesteron?

Zum Schutz der Gebärmutter vor Wucherungen muss das im Rahmen einer HRT verabreichte Östrogen mit einem Gestagen kombiniert werden. Eine neue Studie, die beim Weltkongress in Vancouver vorgestellt wurde (5), belegte die hohe Wirksamkeit und Sicherheit von natürlichem Progesteron , das aus der Yamswurzel gewonnen wird und mit dem körpereigenen Gelbkörperhormon identisch ist. Anders als synthetische Gestagene, erhöht natürliches Progesteron nach aktuellem Stand der Wissenschaft bei einer Anwendung von bis zu fünf Jahren nicht das Brustkrebsrisiko (6).

Weitere Informationen unter www.hormontherapie-wechseljahre.de und www.progesteron.de

Quelle:
16. Weltkongress der International Menopause Society (IMS), 6.-9. Juni 2018, Vancouver (Kanada)

Literatur:
(1) Manson JE et al. JAMA. 2017; 318(10):927-938.
(2) Schierbeck LL et al. BMJ 2012, 345:e6409 doi:10.1136/bmj.e6409
(3) Menopause. 2017 Jul;24(7):728-753. doi: 10.1097/GME.0000000000000921
(4) Løkkegaard E et al. Stroke. 2017;48: 2266-2269
(5) Lobo RA et al. Obstet Gynecol 2018; 132:161-170
(6) Stute P, Wildt L, Neulen J. Climacteric. 2018; 21:111-22

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Testosteron feuert die Libido wieder an

Werbung, Kinofilme oder Musik-Videos kommen heute kaum noch ohne erotische Bilder, Versprechungen und Fantasien aus, zeichnen ein hoch erotisiertes Bild der Gesellschaft. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Neueste Studien belegen: Bei vielen Frauen und Männern spielt das sexuelle Verlangen keine so große oder nur eine untergeordnete Rolle. Dahinter steckt auch bei Männern eine breite Palette an Ursachen – von Krankheiten, seelischen Belastungen und Stress bis hin zu einem Testosteronmangel.

Wenn die Lust auf Liebe schwindet

Manchmal fehlt die Lust auf Sex oder sie ist einfach nur schwach ausgeprägt. Noch vor zwei bis drei Jahrzehnten war die gängige, jetzt veraltete Bezeichnung dafür Frigidität, unter der angeblich vor allem Frauen litten. Heute wissen Sexualmediziner und Psychologen aber, dass ein solcher Libidoverlust (Libido lat.: = Begehren, Begierde, Trieb) beide Geschlechter betrifft. Eine aktuelle Studie der Universität Southampton (1) etwa belegt, dass zwar 34 Prozent der Frauen zwischen 18 und 59 Jahren kein oder wenig Interesse an Sexualität haben. Aber: Auch 15 Prozent der Männer besitzen eine nicht oder nur sehr schwach ausgeprägte Libido. Das sexuelle Phänomen tritt überraschend früh und ausgeprägt zwischen dem 35. und 44. Lebensjahr auf. Aber auch vorher und danach wird mangelndes Begehren für 10 bis 20 Prozent der Männer zum Problem (2). Für ihre Partnerschaft kann dies zu einer enormen Belastung werden, denn eine erfüllte Sexualität ist für eine glückliche Beziehung genauso wichtig wie finanzielle Sicherheit oder gleiche Interessen.

Wann Mann den Testosteron-Status checken lassen sollte

Die Libido ist bei jedem Menschen anders ausgeprägt. Gesteuert wird der individuelle Lustrhythmus durch die Psyche und die körpereigenen Sexualhormone. Von einer Störung sprechen Sexualwissenschaftler immer dann, wenn der Betroffene über mehrere Wochen darunter leidet. Als Ursache können beim männlichen Geschlecht zum Beispiel die Nebenwirkungen von Medikamenten, etwa Antidepressiva oder blutdrucksenkende Mittel, dahinterstecken. Aber auch zu viel Alkohol und Stress können, zusammen mit der natürlicherweise mit den Jahren nachlassenden Bildung des Sexualhormons Testosteron, Auslöser für die fehlende Sinneslust sein. Frühe Warnzeichen für einen zu niedrigen Hormonspiegel sind unter anderem nachlassende Muskelkraft, Schwitzen, Haarverlust, Müdigkeit, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Diese Signale werden jedoch oft ignoriert oder auf zu viel Stress geschoben. Besser ist es, stattdessen einen Urolo-gen oder Andrologen aufzusuchen. Denn fast jeder Zwölfte (3) weist ein deutliches Testosterondefizit auf  (Hypogonadismus). Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Libido, sondern kann auch der Gesundheit schaden.

Moderne Medizin kann hormonellen Mangel ausgleichen

Weil ein nachgewiesener Testosteronmangel beispielsweise die Knochendichte vermindern oder das Risiko für das gefährliche metabolische Syndrom mit Übergewicht, Bluthochdruck, gestörtem Fettstoffwechsel und Diabetes erhöhen kann, hält die moderne Medizin Therapieoptionen bereit. So kann das hormonelle Defizit etwa durch die äußerliche Anwendung eines Testosteron-Gels ausgeglichen werden. Das Gel wird mithilfe eines Pumpspenders bedarfsgerecht präzise dosiert und auf die Haut von Schultern oder Oberarmen aufgetragen. Die Hautzellen speichern den Wirkstoff und geben ihn gleichmäßig über 24 Stunden in den Blutkreislauf ab. So wird der Testosteronspiegel schon nach kurzer Zeit wieder auf ein normales, physiologisches Niveau angehoben. Männer profitieren von einem individuellen Hormonausgleich nicht nur durch eine zunehmende Libido, verbesserte Erektionsfähigkeit und positivere Stimmung. Auch ihre Gesundheit wird positiv beeinflusst. So werden die Organe mit mehr Sauerstoff versorgt, Körperkraft und Muskelmasse nehmen zu und Übergewicht, vor allem am Bauch, kann leichter abgebaut werden.

Weitere Informationen und einen Testosteronmangel-Selbsttest gibt es im Internet unter www.mannvital.de

Quellen:
(1) National Survey of Sexual Attitudes and Lifestyles (Natsal-3), University College London, Lon-don School of Hygiene & Tropical Medicine, NatCen Social Research.
(2) Brotto, L. A. (2010). The DSM diagnostic criteria for hypoactive sexual desire disorder in men. Journal of Sex Medicine, 7, 2015-2030. doi: 10.1111/j.1743-6109.2010.01860.
(3) 20.000er-Testosteronstudie der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. Online unter: https://mann-und-gesundheit.com/downloads?view=document&id=132:deutsche-testosteron-studie-auf-weltniveau&catid=15:download. Letzter Zugriff: 03.07.2018.

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