Strategien zur Stressreduktion

Tag der inneren Balance 2016

Stress lässt sich oft nicht vermeiden. Wenn das Stresssystem jedoch dauerhaft aktiviert ist und wir nicht mehr auf einen Entspannungsmodus umschalten können, drohen gesundheitliche Beeinträchtigungen. Schlafstörungen und Schlaflosigkeit können die Folge chronischer Stressbelastungen sein.

„Jeder Mensch hat individuelle Angriffspunkte, wo er verletzlich auf Stress und Druck reagiert. Deshalb braucht jeder Mensch auch individuelle Stressbewältigungstechniken“, erklärt die Therapeutin für ganzheitliche Entspannungsverfahren Karin Wolf aus Germering. Denn ganzheitliche und langfristige Stressbewältigung setzt an vielen Punkten an und ist mehr als „nur“ Entspannung.
„Ich vermittle deshalb immer verschiedene Techniken, sowohl zur Vermeidung als auch zur gesunden Bewältigung von Stress. Das fängt bei einem sinnvollen Pausenmanagement an, geht über die Entwicklung positiver Überzeugungen und Gedanken und hört bei Selbstfürsorge auf“, erklärt Wolf.

Entspannung fördern

Um das körpereigene Beruhigungssystem zu aktivieren, gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten und Zugänge: Es reagiert zum Beispiel auf Wärme und Zuwendung, auf bestimmte Tonlagen, über die Haut und auch auf bestimmte Gedanken und innere Vorstellungen, erklärt Wolf.
Die Harmonie von Körper und Geist spielt bei der Stressbewältigung eine wichtige Rolle. Unsere Sinneskanäle, insbesondere das Spüren und Wahrnehmen über den Körper, aber auch unsere Art zu denken, können für Beruhigung sorgen, um so immer wieder aus dem ständigen Stresskreislauf aus-zusteigen. Achtsamkeit und achtsames Selbstmitgefühl sind dabei kleine, sehr wirksame Möglichkeiten, um über den Körper und den Geist Entspannung zu finden.

„Alles was Freude macht“

Eine konkrete Möglichkeit der individuellen Stressbewältigung ist es, einen Ausgleich zu den täglichen Belastungen zu finden. „Alles was gut tut, Freude macht und für Ausgleich sorgt, dient dem Abbau von Stress“, erläutert Wolf. „Ob Kino, Konzert, Yoga, Freunde treffen, Lesen oder Sport ist egal. Hauptsache es gibt einen Ausgleich zum Arbeitsleben.“
Stress entsteht zu 80 Prozent im Kopf. Deshalb sollte man die eigene Art zu denken kritisch hinterfragen und verändern, empfiehlt Wolf. „Wer dazu neigt die Dinge aus der Sicht des halb leeren Glases zu betrachten oder sich über zukünftige Ereignisse Horrorszenarien ausmalt, hat mit Sicherheit mehr Stress als der Optimist.

„Mit sich selbst freundlich umgehen“

Die Fähigkeit, auch bei Schwierigkeiten mit den eigenen Fehlern und Schwächen mitfühlend und freundlich umzugehen, wird als Selbstmitgefühl bezeichnet. In Sachen Stress ist Selbstmitgefühl ein wirksames Gegenmittel bei Neigung zu übermäßiger Perfektion und Selbstkritik, den beiden wichtigsten inneren Stressoren, erläutert Wolf. „Wenn man freundlich mit sich selbst umgeht, kann sich das vegetative Nervensystem entspannen und der Parasympathikus, der für Ruhe und Regeneration zuständig ist, wird aktiviert“, sagt die Therapeutin.

Kostenlose Stress-Helpline

Eine wertvolle Hilfe im individuellen Umgang mit Stressbelastungen ist auch die kostenlose Stress-Helpline 08000 – 14 28 42. An jedem Donnerstag zwi-schen 17 und 19 Uhr stehen hier auf das Thema Stress spezialisierte Ärzte und Psychologen den Anrufern persönlich zur Verfügung.


Zum fünften Mal: Tag der inneren Balance
Der Tag der inneren Balance wurde 2012 erstmals ins Leben gerufen und findet seither jedes Jahr am 10. Oktober statt. Der Thementag will das öffentliche Bewusstsein für die gesundheitlichen Auswirkungen von Anspannung und dauerhaftem Stress schärfen. Experten aus Wissenschaft und Praxis arbeiten eng zusammen und befassen sich intensiv mit den Themenfeldern Stress, innere Unruhe und Schlafstörungen. In diesem Jahr steht der Thementag unter dem Motto: „Ich. Will. Endlich. Schlafen! – Schlaflos durch Dauerstress und Wege aus dieser Spirale“.

Bild: Schuster PR/Thinkstock/Wavebreakmedia Ltd.

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