Senile Bettflucht?

Wie sich der Schlaf im Alter verändert

Das kennen viele Senioren: Sie können die Augen nicht mehr offenhalten, wenn für andere gerade der Feierabend beginnt und sind dafür schon Stunden vor dem Morgengrauen wach, während der Rest der Welt noch die halbe Nacht vor sich hat. Was von Jüngeren salopp und wenig charmant als „senile Bettflucht“ bezeichnet wird, wirft Fragen auf: Braucht der Mensch mit den Jahren tatsächlich immer weniger Schlaf? Die große Zahl von Senioren, die über Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit klagen, zeugt vom Gegenteil.

Nahezu die Hälfte der deutschen Frauen und rund ein Drittel der Männer über 60 leiden unter Schlafstörungen. (1) Diese Zahlen stehen in krassem Gegensatz zur weit verbreiteten Ansicht, das Schlafbedürfnis nehme im Alter ab. Auch die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) konstatiert, dass sich die Schlafqualität mit den Jahren zwar verändert, das Schlafbedürfnis aber nicht sinkt. (2)

Die häufigsten Schlafprobleme im Alter

Eine aktuelle Forsa-Umfrage unter 1.516 Teilnehmern im Erwachsenenalter zeigt: Mehr als die Hälfte der Befragten fühlen sich nach dem Aufstehen wie gerädert, 40 Prozent können abends nicht einschlafen, 37 Prozent wachen nachts auf und können nicht wieder einschlafen. (3) Die häufigsten Gründe für schlaflose Nächte sind Stress, Lärm und Sorgen. Am stärksten sind Menschen im Seniorenalter betroffen. Sie haben zusätzlich mit altersbedingten Störfaktoren wie nächtlichem Harndrang (Nykturie) und Schmerzleiden zu kämpfen. (2)  „Klassiker“ unter den altersspezifischen Schlafstörungen sind zudem verschiedene Formen der Apnoe (Atemaussetzer), die je nach Schwere im Schlaflabor abgeklärt werden sollten. Auch periodisch auftretendes Muskelzucken der Gliedmaßen und Kribbeln in den Beinen machen vielen älteren Menschen zu schaffen. Ein Thema, das ebenfalls viele Senioren betrifft: Auch die Einnahme von Medikamenten kann den Schlaf beeinträchtigen. Aktuellen Erhebungen zufolge muss jeder dritte Deutsche über 65 täglich mehr als fünf verschiedene Medikamente einnehmen, bei den über 80-Jährigen sogar jeder Zweite. (3)

„Senile Bettflucht“ — was ist das?

Beim sogenannten Syndrom der vorverlagerten Schlafphase schlafen die Betroffenen mit durchschnittlich sechs bis acht Stunden genauso lang wie früher. Da sie jedoch aus einem starken körperlichen Schlafbedürfnis heraus noch vor 20 Uhr zu Bett gehen, wachen sie gegen 3 Uhr morgens wieder auf. Viele Betroffene fühlen sich dadurch sozial isoliert und sind frustriert. Der Versuch, abends trotz starker Müdigkeit länger aufzubleiben, wird meist aber nicht belohnt: Ihre auf frühes Aufstehen eingestellte innere Uhr lässt sie meist dennoch in den frühen Morgenstunden aufwachen. Grund für die Vorverlagerung der Schlafphase ist Experten zufolge häufig ein Mangel an Tageslicht. Eine Lichttherapie stellt daher eine wirkungsvolle Maßnahme dar: Am späten Nachmittag und frühen Abend setzen sich betroffene Patienten in Rücksprache mit ihrem Arzt konsequent dem Tageslicht aus. Da Licht der wichtigste Zeitgeber des Menschen ist, lassen sich so die Müdigkeit am Abend und das Erwachen am Morgen verzögern. (2)

Gesunder und ungesunder Schlaf

Was den Schlaf im Alter betrifft, sind Experten zufolge die Grenzen zwischen einem alterstypischen Wandel des Schlafverhaltens und krankhaften Veränderungen fließend und nicht zuletzt auch vom subjektiven Empfinden abhängig. Als altersgerecht und damit normal gilt bei über 70-Jährigen eine Gesamtschlafzeit von sechs bis acht Stunden. Die Einschlafzeit älterer Menschen beträgt im Schnitt 30 Minuten, der nächtliche Schlaf kann durch Wachphasen bis zu zwei Stunden unterbrochen sein. (2) Deutliche Abweichungen — etwa durch überlange Einschlafzeiten, stundenlanges Wachliegen und Tagesmüdigkeit — sind Hinweis auf eine Schlafstörung.

Wie sich Schlafmangel auswirkt

Ist die Nachtruhe über längere Zeit beeinträchtigt, kann sich dies negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken. In schlaflosen Nächten schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus, die das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel belasten. Gesundheitliche Folgen können unter anderem Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes mellitus sein. Auch an der Seele gehen schlaflose Nächte nicht spurlos vorüber. Psychische Leiden wie Depressionen können die Folge sein. Dauern Schlafstörungen über mehrere Jahre an, können sie die Lebenserwartung senken. (4) Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge kann dauerhafter Schlafentzug zudem das Gehirn schädigen und so beispielsweise die Entstehung von Demenz begünstigen. (5)

Anhaltende Schlafstörungen ernst nehmen

Leidet man länger als vier Wochen unter schlechtem Schlaf oder Tagesmüdigkeit, ist es daher ratsam, den Hausarzt aufzusuchen. Für eine erholsame Nachtruhe sind vor allem Maßnahmen der sogenannten Schlafhygiene von Bedeutung. Gemeint sind Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen, die einen guten Schlaf fördern — wie feste Bettzeiten, eine ruhige Schlafumgebung und entspannende Rituale, zum Beispiel ein Abendspaziergang vor dem Schlafengehen. Grundsätzlich sollte der Schlaf nach Möglichkeit auf die Nacht begrenzt werden, denn Ruhepausen während des Tages wie ein ausgedehnter Mittagsschlaf reduzieren das nächtliche Schlafbedürfnis. Vom Gebrauch chemischer Schlafmittel raten Experten ab. Durch typische Nebenwirkungen wie Gangunsicherheit, ein erhöhtes Sturzrisiko, Beeinträchtigung der Hirnleistung und Inkontinenz sind zentral-dämpfende Substanzen wie Benzodiazepine insbesondere im Seniorenalter problematisch. (2)

Erholsamen Schlaf mit natürlichen Mitteln fördern

Eine gute Alternative ist die Einnahme eines gut verträglichen natürlichen Arzneimittels ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Neurexan® (rezeptfrei in der Apotheke) vereint Extrakte aus Blüten und Blättern der Passionsblume (Passiflora incarnata), blühendem Hafer (Avena sativa), getrocknetem Kaffeesamen (Coffea arabica) in homöopathischer Dosierung mit der Wirkkraft von Kristallen eines Wirkstoffes, der in der Baldrianwurzel enthalten ist (Zincum isovalerianicum). Abends vor dem Zubettgehen eingenommen, entfaltet es seine beruhigende Wirkung und fördert so den natürlichen Schlaf.

Quellen: 
(1) „Bevölkerungsanteil mit Schlafstörungen in Deutschland nach Alter und Geschlecht 2011“, statista.com
(2) Patientenratgeber der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) „Schlaf im Alter“
(3) Barmer GEK, Arzneimittelreport 2013
(4) Forsa-Umfrage: „Wie gut schläft Deutschland? Eine Umfrage über gesunden und unge-sunden Schlaf“ im Auftrag der Knappschaft, 2016
(5) ntv online: „Volkskrankheit mit hohem Risiko — Schlafmangel kann Demenz fördern“, 15. September 2014

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