Die hormonelle Umstellung in
der Menopause wirkt sich nicht nur in Form von
Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Stimmungsschwankungen
aus. Haut und Haare werden dünner und auch im Vaginalbereich
nimmt die Dicke der Scheidenhaut ab, sie wird trockener und
empfindlicher. Bei vielen Frauen treten infolge vaginale
Beschwerden auf und können zu sexueller Unlust führen, wie
Experten kürzlich auf dem Fortbildungskongress der
Frauenärztlichen Bundesakademie in Düsseldorf erklärten.
Bei einer Umfrage unter mehr als 1.800 postmenopausalen
Frauen in Europa gab jede vierte deutsche Frau vaginale
Schmerzen und/oder Scheidentrockenheit an. Weniger als die
Hälfte der Frauen suchte deshalb jedoch Rat bei ihrem
Frauenarzt. Jede zweite Frau wünscht sich hingegen, dass der
Facharzt das Thema von sich aus zur Sprache bringt. Aus
falscher Scham werden die Beschwerden vielfach auch in der
Partnerschaft tabuisiert; Unverständnis und Konflikte sind
damit vorprogrammiert.
Lustlosigkeit kann hormonell bedingt sein
Die Wirkung der Östrogene auf das Sexualleben sollte nicht
unterschätzt werden. Die nachlassende Hormonproduktion führt
bei vielen Frauen nach der Menopause zu einer Atrophie: Die
Dicke der Scheidenhaut nimmt ab und verliert an Elastizität.
Der gesamte Vaginalbereich wird weniger gut durchblutet, die
Haut ist insgesamt trockener und empfindlicher. Schmerzen
beim Geschlechtsverkehr, Brennen und auch häufige
bakterielle Infektionen sind die Folgen. Darüber hinaus
beeinflussen Östrogene auch die Empfindlichkeit der
Nervenenden in der Klitoris, der Scheide und der
Schamlippen. Als Fazit verspüren viele Frauen weniger Lust
und können das Sexualleben nicht mehr intensiv genießen. Von
vaginalen Beschwerden und sexueller Unlust sind dabei nicht
nur Frauen in und nach den Wechseljahren betroffen. Die
Einnahme einer niedrig dosierten Antibabypille kann auch bei
jüngeren Frauen einen Östrogenmangel hervorrufen, der zu
ähnlichen Symptomen führen kann.
Hormonmangel lokal ausgleichen
Die typischen Beschwerden eines Hormonmangels im
Vaginalbereich lassen sich gut behandeln. Eine Lokaltherapie
mit dem bewährten körpereigenen Östrogen Estriol in Form von
Creme, Vaginal- oder Schmelzzäpfchen wie in OeKolp® lindert
die Symptome. Das Vaginalepithel wird wieder aufgebaut, die
Scheidenhaut wird dicker, elastischer und unempfindlicher.
Das normale saure Scheidenmilieu reguliert sich, die Vagina
wird wieder besser durchblutet und der Schutz vor
aufsteigenden Infektionen gefördert. Diese Form der
Hormontherapie wirkt dabei nur lokal und hat keinen Effekt
auf den Gesamtorganismus.
Auch Beschwerden im Bereich der ableitenden Harnwege und
Genitalien werden gebessert. Die Durchblutung wird
verstärkt, das Bindegewebe festigt sich, die Verschlusskraft
der Harnröhre steigt. Es kommt damit seltener zu
unfreiwilligem Harnabgang.
Beschwerden konsequent behandeln
Es gibt inzwischen viele hormonfreie befeuchtende Produkte.
Diese können zwar helfen, das Brennen und den Juckreiz
vorübergehend etwas zu lindern. Eine ursächliche Therapie
der Hormonmangel-bedingten Beschwerden ist aber nur mit
einem hormonell wirkenden Präparat gewährleistet. Und nur
durch eine konsequente Langzeittherapie kann im Bereich der
Beckenbodenorgane ein natürliches, gesundes Milieu wieder
hergestellt werden. Beim Absetzen der Therapie stellt sich
über kurz oder lang das Atrophieproblem wieder ein, so die
Hamburger Frauenärztin Dr. Katrin Schaudig auf dem
Düsseldorfer Kongress.
Quelle:
Fortbildungskongress der Frauenärztlichen BundesAkademie
2010
März 2010, CCD Stadthalle Congress Center Düsseldorf
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