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Die
Sicherheit der kombinierten Hormontherapie ist abhängig von
den individuellen Risikofaktoren der Frau – und Art,
Dosierung und Applikationsweg der eingesetzten
Sexualhormone. Im richtigen Zeitfenster angewandt, ist
transdermales Estradiol in Kombination mit natürlichem
Progesteron dabei am sichersten. Die positive Datenlage zu
Thrombose und Brustkrebs stützen aktuelle Ergebnisse einer
prospektiven Fall-Kontroll-Studie aus Frankreich jetzt auch
bei kardiovaskulären Ereignissen.
Drazen Postruznik, Monaco, stellte beim 13. Weltkongress für
Gynäkologische Endokrinologie in Florenz erstmals Daten zu
Gefäßereignissen der so genannten MISSION-Studie vor:
Initiiert von der Französischen Gynäkologischen
Gesellschaft, umfasst die nationale Studie 2.693 Frauen
unter Hormontherapie und 2.256 Kontrollen. Primäre Endpunkte
sind Morbidität und Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse und
der Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. Die Hormontherapie
erfolgt in Frankreich traditionell überwiegend mit
transdermalem Estradiol (77%), in fast der Hälfte der Fälle
kombiniert mit Progesteron (44%). Im Mittel wurden die
Hormone von den in der Studie erfassten Frauen über 8,3
Jahre angewandt. Die Sicherheit im venösen und arteriellen
Kreislauf bestätigt die erste Auswertung nach 2-jähriger
Laufzeit.
Transdermales Estrogen auch arteriell sicher
Venöse Thromboembolien (VTE) waren insgesamt selten: In der
Hormongruppe traten mit 4 Fällen signifikant weniger VTE auf
als in der Kontrollgruppe mit 12 dokumentierten Fällen
(0,15% versus 0,57%; p=0,0136). Es traten in beiden Gruppen
gleichermaßen selten Herzinfarkte und Apoplexien auf, jedoch
war bezüglich dieser Parameter der Unterschied zwischen
Hormon- und Kontrollgruppe mit 0,26% und 0,32% (je 7 Fälle)
nicht signifikant. Bei der Interpretation dieser Daten gab
Postruznik zu bedenken, dass die Frauen der Hormongruppe bei
Aufnahme in die Studie insgesamt gesünder (jünger, weniger
übergewichtig) waren als die der Kontrollgruppe. Dies zeige,
dass Frauenärzte Hormone durchaus individuell verordnen und
bei entsprechenden Risikofaktoren eher zurückhaltend sind.
Keine erhöhte Thromboserate mit transdermalem Estradiol
Die Ergebnisse decken sich mit den ähnlich positiven Daten
aus anderen Studien: Bereits die ESTHER-Studie mit 9.961
Personen im Alter von 50–74 Jahren hatte gezeigt, dass
transdermales Estradiol das Risiko für VTE im venösen
Schenkel nicht klinisch relevant erhöht. Bei oraler
Applikation dagegen stieg es fast auf das Vierfache an,
legte Sven Skouby, Kopenhagen/Schweden dar. Dass bei bereits
aufgetretenen Thrombosen auch die Auswahl des Gestagens
wichtig ist, wird ebenso durch die ESTHER-Studie anhand von
271 postmenopausalen Frauen mit gesicherter vorheriger
VTE-Episode und 610 Kontrollen belegt: Das relative Risiko
für eine Thrombose stieg bei der Kombination mit
synthetischen Gestagenen vom Norpregnan- Typ auf 3,9 an,
während unter mikronisiertem Progesteron (z. B. Utrogest®)
ein vermindertes Risiko (OR 0,7) dokumentiert werden konnte.
„Beim klinischen Endpunkt thromboembolischer Ereignisse –
der dritthäufigsten Todesursache bei postmenopausalen Frauen
– ist damit die Sicherheit durch die transdermale
Estrogengabe in Kombination mit dem richtigen Gestagen
definitiv zu erhöhen“, so Skouby.
Quelle:
13. Weltkongress Gynäkologische Endokrinologie;
28. Februar bis 02. März 2008, Florenz
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