Presseinformation: Mehr Sicherheit für Gefäße Herz und Brust
21.04.2008
 

P R E S S E I N F O R M A T I O N
 
13. Weltkongress Gynäkologische Endokrinologie
 
Mehr Sicherheit für Gefäße, Herz und Brust   

Die Sicherheit der kombinierten Hormontherapie ist abhängig von den individuellen Risikofaktoren der Frau – und Art, Dosierung und Applikationsweg der eingesetzten Sexualhormone. Im richtigen Zeitfenster angewandt, ist transdermales Estradiol in Kombination mit natürlichem Progesteron dabei am sichersten. Die positive Datenlage zu Thrombose und Brustkrebs stützen aktuelle Ergebnisse einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie aus Frankreich jetzt auch bei kardiovaskulären Ereignissen.

Drazen Postruznik, Monaco, stellte beim 13. Weltkongress für Gynäkologische Endokrinologie in Florenz erstmals Daten zu Gefäßereignissen der so genannten MISSION-Studie vor: Initiiert von der Französischen Gynäkologischen Gesellschaft, umfasst die nationale Studie 2.693 Frauen unter Hormontherapie und 2.256 Kontrollen. Primäre Endpunkte sind Morbidität und Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse und der Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. Die Hormontherapie erfolgt in Frankreich traditionell überwiegend mit transdermalem Estradiol (77%), in fast der Hälfte der Fälle kombiniert mit Progesteron (44%). Im Mittel wurden die Hormone von den in der Studie erfassten Frauen über 8,3 Jahre angewandt. Die Sicherheit im venösen und arteriellen Kreislauf bestätigt die erste Auswertung nach 2-jähriger Laufzeit.
Transdermales Estrogen auch arteriell sicher
Venöse Thromboembolien (VTE) waren insgesamt selten: In der Hormongruppe traten mit 4 Fällen signifikant weniger VTE auf als in der Kontrollgruppe mit 12 dokumentierten Fällen (0,15% versus 0,57%; p=0,0136). Es traten in beiden Gruppen gleichermaßen selten Herzinfarkte und Apoplexien auf, jedoch war bezüglich dieser Parameter der Unterschied zwischen Hormon- und Kontrollgruppe mit 0,26% und 0,32% (je 7 Fälle) nicht signifikant. Bei der Interpretation dieser Daten gab Postruznik zu bedenken, dass die Frauen der Hormongruppe bei Aufnahme in die Studie insgesamt gesünder (jünger, weniger übergewichtig) waren als die der Kontrollgruppe. Dies zeige, dass Frauenärzte Hormone durchaus individuell verordnen und bei entsprechenden Risikofaktoren eher zurückhaltend sind.

Keine erhöhte Thromboserate mit transdermalem Estradiol
Die Ergebnisse decken sich mit den ähnlich positiven Daten aus anderen Studien: Bereits die ESTHER-Studie mit 9.961 Personen im Alter von 50–74 Jahren hatte gezeigt, dass transdermales Estradiol das Risiko für VTE im venösen Schenkel nicht klinisch relevant erhöht. Bei oraler Applikation dagegen stieg es fast auf das Vierfache an, legte Sven Skouby, Kopenhagen/Schweden dar. Dass bei bereits aufgetretenen Thrombosen auch die Auswahl des Gestagens wichtig ist, wird ebenso durch die ESTHER-Studie anhand von 271 postmenopausalen Frauen mit gesicherter vorheriger VTE-Episode und 610 Kontrollen belegt: Das relative Risiko für eine Thrombose stieg bei der Kombination mit synthetischen Gestagenen vom Norpregnan- Typ auf 3,9 an, während unter mikronisiertem Progesteron (z. B. Utrogest®) ein vermindertes Risiko (OR 0,7) dokumentiert werden konnte. „Beim klinischen Endpunkt thromboembolischer Ereignisse – der dritthäufigsten Todesursache bei postmenopausalen Frauen – ist damit die Sicherheit durch die transdermale Estrogengabe in Kombination mit dem richtigen Gestagen definitiv zu erhöhen“, so Skouby.

Quelle:
13. Weltkongress Gynäkologische Endokrinologie;
28. Februar bis 02. März 2008, Florenz


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