Presseinformation: Gezielt ein mildes Kortikoid und anästhesierende Salben im Wechsel
15.04.2010
 

P R E S S E I N F O R M A T I O N
 
Akuttherapie des Analekzems
 
Gezielt ein mildes Kortikoid und anästhesierende Salben im Wechsel

Kortisonpräparate, die mit einem Lokalanästhetikum kombiniert sind, erfreuten sich in der Vergangenheit - bis zur Neufassung der Arzneimittelrichtlinien - großer Beliebtheit bei der Behandlung schmerzender und juckender Analerkrankungen. Warum er beim Analekzem lieber nicht „flächendeckend“, sondern gezielt mit einem milden Kortikoid und anästhesierenden Salben arbeitet, erläutert Dr. Horst Loch vom Proktologischen Zentrum in Berlin.

Die häufigste Form des Analekzems ist irritativtoxischer Art, meist sind proktologische Ursachen wie etwa Hämorrhoiden und Fisteln im Spiel. Auch Sekretabsonderungen bei Inkontinenz wirken irritativ. Bei Marisken kann auch ein Zuviel oder Zuwenig an Reinigung schädlich sein.
Beim atopischen Analekzem weisen die Prädilektionsstellen, der weiße Dermographismus und die meist aufgeklärten Patienten den Weg. Beim allergischen Kontaktekzem sind die häufigsten „Übeltäter“ proktologische Lokaltherapeutika, feuchtes Toilettenpapier oder Hautpflegemittel wie z.B. Intimlotionen, die in der Analregion nicht angebracht sind. Die Therapie besteht in der Behandlung der ursächlichen Störung und der Vermeidung aller beteiligten Noxen. Die rein pharmakologische Akuttherapie für die verschiedenen Gruppen des Analekzems ist sehr ähnlich: Initial ein Kortikoid für acht bis zehn Tage, danach eine kortisonfreie Creme oder auch weiche Zinkpaste.
In der täglichen Praxis setzt Loch gerne ein mildes Kortison wie Hydrokortison (etwa Posterisan® corte) ein. „Obwohl den schwachen Kortikoiden zugeordnet, zeigt das physiologische Hydrokortison eine gute Wirkung. Wir kommen damit in den meisten Fällen aus. Bei hartnäckigen Symptomen kann die Therapie noch kurzfristig intermittierend fortgeführt werden, ohne Hautschäden wie bei fluorierten Produkten befürchten zu müssen.“
Bei quälendem Juckreiz oder Schmerz empfiehlt der Proktologe im Wechsel oder auch gleichzeitig ein anästhesierendes Produkt wie etwa DoloPosterine®. Selten sieht Loch in der Praxis allergische Reaktionen. Zwei Präparate mit unterschiedlichem Wirkmechanismus und Nebenwirkungspotenzial im Wechsel aufzutragen, hat für Loch einen Vorteil gegenüber den „flächendeckenden“ Kombinationspräparaten mit starkwirksamen Kortikoiden: Bleibt der Juckreiz bestehen, werden diese oft länger als wünschenswert aufgetragen. Mit zwei Präparaten ist diese Gefahr geringer und die Aufklärung einfacher.
Dass mit der Akutbehandlung „der Fall erledigt“ ist, trifft nur in den relativ seltenen Fällen der Kontaktallergien zu. Die bekannten Allergien auf Bufexamachaltige Präparate sind laut Loch mit einem milden Kortikoid rasch beseitigt. Beim Gros der Analekzeme jedoch muss das „gesamte Mosaik“ in Ordnung gebracht werden: Dazu zählt neben der Therapie der Grunderkrankung vor allem die Aufklärung über eine gute Stuhlkonsistenz und die richtige Analhygiene.

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