Kortisonpräparate, die mit
einem Lokalanästhetikum kombiniert sind, erfreuten sich in
der Vergangenheit - bis zur Neufassung der
Arzneimittelrichtlinien - großer Beliebtheit bei der
Behandlung schmerzender und juckender Analerkrankungen.
Warum er beim Analekzem lieber nicht „flächendeckend“,
sondern gezielt mit einem milden Kortikoid und
anästhesierenden Salben arbeitet, erläutert Dr. Horst Loch
vom Proktologischen Zentrum in Berlin.
Die häufigste Form des Analekzems ist irritativtoxischer
Art, meist sind proktologische Ursachen wie etwa
Hämorrhoiden und Fisteln im Spiel. Auch Sekretabsonderungen
bei Inkontinenz wirken irritativ. Bei Marisken kann auch ein
Zuviel oder Zuwenig an Reinigung schädlich sein.
Beim atopischen Analekzem weisen die Prädilektionsstellen,
der weiße Dermographismus und die meist aufgeklärten
Patienten den Weg. Beim allergischen Kontaktekzem sind die
häufigsten „Übeltäter“ proktologische Lokaltherapeutika,
feuchtes Toilettenpapier oder Hautpflegemittel wie z.B.
Intimlotionen, die in der Analregion nicht angebracht sind.
Die Therapie besteht in der Behandlung der ursächlichen
Störung und der Vermeidung aller beteiligten Noxen. Die rein
pharmakologische Akuttherapie für die verschiedenen Gruppen
des Analekzems ist sehr ähnlich: Initial ein Kortikoid für
acht bis zehn Tage, danach eine kortisonfreie Creme oder
auch weiche Zinkpaste.
In der täglichen Praxis setzt Loch gerne ein mildes Kortison
wie Hydrokortison (etwa Posterisan® corte) ein. „Obwohl den
schwachen Kortikoiden zugeordnet, zeigt das physiologische
Hydrokortison eine gute Wirkung. Wir kommen damit in den
meisten Fällen aus. Bei hartnäckigen Symptomen kann die
Therapie noch kurzfristig intermittierend fortgeführt
werden, ohne Hautschäden wie bei fluorierten Produkten
befürchten zu müssen.“
Bei quälendem Juckreiz oder Schmerz empfiehlt der Proktologe
im Wechsel oder auch gleichzeitig ein anästhesierendes
Produkt wie etwa DoloPosterine®. Selten sieht Loch in der
Praxis allergische Reaktionen. Zwei Präparate mit
unterschiedlichem Wirkmechanismus und Nebenwirkungspotenzial
im Wechsel aufzutragen, hat für Loch einen Vorteil gegenüber
den „flächendeckenden“ Kombinationspräparaten mit
starkwirksamen Kortikoiden: Bleibt der Juckreiz bestehen,
werden diese oft länger als wünschenswert aufgetragen. Mit
zwei Präparaten ist diese Gefahr geringer und die Aufklärung
einfacher.
Dass mit der Akutbehandlung „der Fall erledigt“ ist, trifft
nur in den relativ seltenen Fällen der Kontaktallergien zu.
Die bekannten Allergien auf Bufexamachaltige Präparate sind
laut Loch mit einem milden Kortikoid rasch beseitigt. Beim
Gros der Analekzeme jedoch muss das „gesamte Mosaik“ in
Ordnung gebracht werden: Dazu zählt neben der Therapie der
Grunderkrankung vor allem die Aufklärung über eine gute
Stuhlkonsistenz und die richtige Analhygiene.
|