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Manche
Schmerzzustände sind mit Opioiden allein aufgrund
dosislimitierender Nebenwirkungen nicht befriedigend zu
bessern. Die zusätzliche Gabe von Flupirtin (z.B. Trancolong®)
ist bei Karzinom-Patienten mit neuropathischem Schmerz eine
Option, wie eine australische Studie zeigt*. Flupirtin wirkt
dabei nicht zusätzlich sedierend und verschlechtert nicht
das Nebenwirkungsprofil der Opiate – auch bei adjuvanter
Schmerzmittelgabe.
Flupirtin hat sich bei akuten und chronischen Schmerzen bei
Muskelverspannungen der Halte- und Bewegungsmuskulatur
bewährt. Mehrere Studien haben seine sichere und lang
anhaltende Wirkung belegt. Durch die selektive Öffnung
neuronaler Kaliumkanäle und die Stabilisierung des
Ruhepotenzials afferenter nozizeptiver Neurone wirkt
Flupirtin analgetisch und damit verspannungslösend. Über
diesen Mechanismus werden auch bestehende Hyperalgesien
gebessert. Diese sind – trotz Opioiden – gerade in der
Palliativmedizin häufig.
Schmerzscores um rund 30 Prozent gesenkt
Den „proof of concept“ in der palliativen Situation haben
die australischen Mediziner in einer offenen Studie bei zehn
Karzinom-Patienten erbracht. Initial wurden additiv viermal
täglich 100 mg Flupirtin appliziert. Eine Steigerung auf bis
zu 4 x 200 mg Flupirtin war möglich, aber in den meisten
Fällen nicht notwendig. Bis auf einen Patienten vertrugen
alle diese Komedikation. Insgesamt sanken die Schmerzscores
auf der visuellen Skala durch den Flupirtin-Zusatz nach acht
Tagen um 29 Prozent; bei der Hälfte der Patienten wurde
sogar ein Rückgang um über 30 Prozent dokumentiert. Der
„mittlere Schmerz der vergangenen 24 Stunden“ war zum Ende
der Behandlung um 36 Prozent vermindert. Beim
neuropathischen Schmerzscore wurde innerhalb von acht Tagen
ein zunehmender Rückgang objektiviert. Bei allen Patienten
betrug die Besserung mehr als 30 Prozent, in acht Fällen
konnten die neuropathischen Beschwerden komplett unterdrückt
werden.
Opioidverbrauch und Nebenwirkungen teilweise gesenkt
Acht der zehn Patienten benötigten unter der Komedikation
mit Flupirtin weniger Opioide. Die mittlere Abnahme betrug
52,8 mg Morphinäquivalent. Dieser Nutzen wurde nicht durch
zusätzliche Nebenwirkungen erkauft: Es zeigten sich keine
signifikanten Änderungen außer zunehmendem Appetit unter
Flupirtin. Die additive Gabe von Flupirtin bewirkte eine
verbesserte Lebensqualität: Gesamtaktivität und Lebensfreude
der Krebspatienten nahmen signifikant zu. Acht von zehn
Patienten wollten die Flupirtinmedikation nach Ende der
Studie beibehalten.
Quellen:
* Goodchild et al., Pain Medicine 2008; 9(7), 939-949
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