Bakteriell
verursachte Vaginosen, die sich insbesondere durch einen
unangenehmen Intimgeruch feststellen lassen, gehören zu den
häufigsten – und wegen der Geruchsbildung besonders
unangenehmen – Erkrankungen des weiblichen Intimbereichs.
Privatdozent Dr. Andreas Clad, Oberarzt am
Universitätsklinikum Freiburg, berichtet über seine
Erfahrungen mit Milchsäurepräparaten.
Was versteht man unter einer bakteriellen Vaginose?
Eine bakterielle Vaginose ist eine Fehlbesiedelung der
Scheide, das heißt es siedeln sich die falschen Bakterien
an. Für den typischen begleitenden unangenehmen fischartigen
Scheidengeruch sind Abbauprodukte von Eiweißstoffen, so
genannte Amine, verantwortlich. Diese werden von bestimmten
Bakterien aus der Darmflora gebildet. Etwa fünf bis zehn
Prozent aller Frauen leiden unter dieser so genannten
Aminvaginose.
Wie wird in diesen Fällen behandelt?
Eine kurzfristige Therapie mit einem Antibiotikum beseitigt
die unerwünschten Bakterien, es sorgt aber nicht dafür, dass
sich die Milchsäurebakterien wieder ansiedeln. Die Frage
ist, ob sich die Vaginalflora wieder stabilisiert, wenn nach
der antibiotischen Behandlung Milchsäure-Gel verabreicht
wird. Das ist tatsächlich der Fall. Bei einer Patientin, die
seit einem Jahr diese Fehlbesiedlung der Scheide aufwies,
führte die Anwendung von Milchsäure-Gel wie der KadeFungin
Milchsäurekur über sieben Tage dazu, dass sich wieder
Laktobazillen in der Scheide ansiedelten. Man sah in den
mikroskopischen Abstrichen deutlich, dass die unerwünschten
Darmkeime zurückgedrängt wurden und wieder Laktobazillen in
der Scheide vorhanden waren.
Gibt es weitere Vorteile?
Die Behandlung mit Milchsäure-Zäpfchen kann für die Frauen
auf Dauer relativ unangenehm sein. Es kann zu Brennen im
Scheideneingangsbereich kommen oder zu Ausfluss, wenn
Zäpfchenreste erst am nächsten Tag aus der Scheide
ausgestoßen werden. Ausfluss scheint unter einem
Milchsäure-Gel hingegen kein Thema zu sein. Die Frauen haben
das Gefühl, sie applizieren das Gel in die Scheide und es
wird aufgesogen wie ein Schwamm.
Zusätzlich unterstützt ein Milchsäure-Gel im Gegensatz zum
Zäpfchen offensichtlich auch die Ansiedlung der für die
Normalflora der Scheide typischen Milchsäurebakterien, der
Laktobazillen. Das durch die Milchsäure verursachte saure
Milieu in der Scheide kann als natürlicher Schutz vor
Scheidenfehlbesiedlungen gewertet werden. Es hat sich
gezeigt, dass die verwendete KadeFungin Milchsäurekur wirkt
und sehr gut verträglich ist.
Profitieren auch Schwangere von der Behandlung?
Ja, auf alle Fälle. Auch bisher hat man versucht, in der
Schwangerschaft die Laktobazillen-Ansiedlung zu fördern,
etwa mit Milchsäure-Zäpfchen. Das Milchsäure-Gel eröffnet da
ganz neue Möglichkeiten. Es ist sehr gut verträglich und
gefährdet in keiner Weise das Kind. Darüber hinaus gibt es
Studienergebnisse, die nahelegen, dass durch die Behandlung
der bakteriellen Vaginose das Risiko einer Frühgeburt
deutlich verringert werden kann.
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