Presseinformation: Topische Therapie akuter Analekzeme
08.02.2010
 

P R E S S E I N F O R M A T I O N
 
Topische Therapie akuter Analekzeme
 
Morgens ein schwaches Kortikoid, abends ein Lokalanästhetikum

Mit der Löschung der Zulassungen Bufexamachaltiger Arzneimittel laut AMIS-Datenbank sind in der Proktologie Kortikoide der Stufe I erste Wahl bei der Lokalbehandlung akuter Analekzeme. Professor Volker Wienert aus Aachen plädiert dabei für die Kombination mit Lokalanästhetika, wobei er die Wirkstoffe getrennt morgens und abends applizieren lässt.

Als ausgewiesener Dermatologe mit koloproktologischer Erfahrung hat Wienert maßgeblich an den alten und neuen Leitlinien zum Krankheitsbild des Analekzems mitgewirkt. Er begrüßt die Maßnahme des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte, da Bufexamachaltige Proktologika bereits seit langem als kausale Ursache schwerwiegender Kontaktallergien bekannt sind.

Kortikoide der Stufe I sind erste Wahl
Als Therapie der ersten Wahl beim akuten Analekzem sieht der Experte schwach wirksame Kortikoide der Stufe I, also Hydrokortison (wie etwa in Posterisan® corte) oder Prednisolon. Diese Präparate können bedenkenlos über zehn bis 14 Tage im Analbereich angewandt werden, während Kortikoide der Stufe II oder III über diesen Zeitraum im Perianalbereich mit einer hohen Atrophiegefahr einhergehen können.
Bei den schmerzhaften Prozessen ist die Kombination mit Lokalanästhetika sehr hilfreich, weil der zusätzlich vorhandene Juckreiz deutlich gebessert wird. Da Kombinationspräparate nicht mehr erstattungsfähig sind, empfiehlt Wienert die abwechselnde Lokaltherapie von Kortikoiden und einem Lokalanästhetikum – etwa morgens Glukokortikoide und abends Lokalanästhetikum oder vice versa, abhängig vom Beschwerdebild.

Kaum sensibilisierend: Lidocainhaltige Salben
Ein lokalanästhetisch wirkendes Präparat sollte keine Wirkstoffe aus der Gruppe der Parastoffe enthalten, da diese als hochpotent allergisch einzustufen sind. Lidocain (wie etwa in LidoPosterine® / Posterisan® akut - Salbe) dagegen löst nach Erfahrung des Dermatologen und auch nach den spärlichen Fallberichten kaum Allergien aus.

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