Presseinformation: Sport an den Berufsschulen integrieren
05.05.2010
 

P R E S S E I N F O R M A T I O N
 
Prävention von Schmerzkarrieren:
 
Sport an den Berufsschulen integrieren

Langanhaltende Schmerzzustände sind schon bei Auszubildenden erschreckend häufig – nicht zuletzt aufgrund des passiven Lebensstils. Um drohende Schmerzkarrieren zu vermeiden, sind Prävention und Intervention nötig. Dr. Stefan Wirz von der CURA-Klinik in Bad Honnef spricht sich dabei für die Anleitung zum ergonomischen Arbeiten und Schulsport ohne Noten aus. In der Akuttherapie von Rückenschmerzen stuft er bei Verspannungen auch Analgetika mit Muskeltonus normalisierender Wirkung, wie Flupirtin, als wirkungsvoll ein.

Fast die Hälfte von über 7.000 Lübecker Berufsschülern gaben bei einer repräsentativen Befragung Kopf- oder Rückenschmerzen an, die seit mehr als zwölf Monaten bestanden. Diese Lübecker Erkenntnisse der Arbeitsgruppe von Dr. Angelika Roth-Isigkeit sind für den Schmerztherapeuten erschreckend. Denn ein Teil dieser jungen Menschen hat so bereits den Grundstein für eine Chronifizierung gelegt – mit steigendem Risiko bei beruflichem und privatem Misserfolg.
Akute Rückenschmerzen sind nach den Erfahrungen des Experten heute definitiv keine Sache des Alters mehr. “Wir sehen heute nicht selten junge Patienten. Oberste Priorität ist es, sie schnell wieder auf die Beine zu bringen und arbeitsfähig zu machen. Zuhause kreisen die Gedanken nur um den Schmerz. Wichtig ist eine akute Physiotherapie, die oft erst durch eine wirksame Medikation möglich wird.“

Bei Verspannungen den Muskeltonus normalisieren
In der Akuttherapie von Rückenschmerzen, die mit Muskelverspannungen und Fehlhaltung vergesellschaftet sind, ist Flupirtin sehr wirksam, da die Substanz sowohl die zentrale Schmerzverarbeitung als auch den Muskeltonus günstig beeinflusst, berichtet Wirz. Allein oder in Kombination mit Nicht-Opioiden eingesetzt, gelingt es in einem abgestuften Prozess meist sehr gut, den Teufelskreis des muskuloskelettalen Rückenschmerzes zu durchbrechen. Um den langfristigen Erfolg zu sichern, müssen die Muskeln durch Physiotherapie aufgebaut werden.
Das Problem bei ambulanten Patienten sieht der Schmerztherapeut in der häufig praktizierten „Billiglösung“ – nicht steroidalen Antiphlogistika – beim unspezifischen Rückenschmerz. Bei Schmerzen mit muskuloskelettaler Beteiligung setzt Wirz Intensitäts-abhängig auf das „volle Programm“ mit Coxiben, Metamizol und Muskelrelaxanzien sowie auf die akute Physiotherapie. Stehen spannungsassoziierte Schmerzen im Vordergrund, so ist oft Flupirtin als Pharmakon ausreichend. Die einmal tägliche Einnahme eines Retardpräparates (etwa Trancolong®) gewährleistet in aller Regel wirksame Plasmaspiegel über 24 Stunden.

Prävention mit Ergonomie und Sport
Zur Prävention von Schmerzkarrieren bei Berufsschülern stuft Wirz ein Zusatzmodul zum ergonomischen Arbeiten als sinnvoll ein. Dabei könnte den Jugendlichen vermittelt werden, wie sie sich richtig bewegen und Verspannungen vorbeugen. Ein weiteres geeignetes Mittel wäre Sportunterricht ohne Noten. „Durch Freude an der Bewegung und positive Erfahrungen gelingt es leichter, die Eigenmotivation zur körperlichen Aktivität zu steigern.“ Mit diesen einfachen Maßnahmen könnte man den Jugendlichen klarmachen, was sie selbst zur Prävention von Schmerzen tun können, so der Experte.

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