Presseinformation: Positiver Nebeneffekt der Hormontherapie
04.02.2010
 

P R E S S E I N F O R M A T I O N
 
Positiver Nebeneffekt der Hormontherapie:
 
Diabetes-Inzidenz auch bei transdermaler Gabe reduziert

Die Adipositas-Welle rollt. Übergewichtige Frauen nehmen postmenopausal verstärkt zu. Besteht die Indikation zur Hormontherapie, ist die transdermale Gabe von Estrogenen aufgrund des erhöhten Thromboserisikos sicherer als die orale Applikation. Dass sich damit auch die Diabetes-Inzidenz senken lässt, zeigt die aktuelle Auswertung der E3N-Studie in Frankreich.

Was zwei US-Studien für konjugierte Estrogene und Medroxyprogesteronacetat (MPA) gezeigt haben, ist jetzt in einer prospektiven französischen Beobachtungsstudie mit hohen Fallzahlen und langer Nachbeobachtung erstmals für unterschiedliche Kombinationen der Hormontherapie dokumentiert: Die Inzidenz neu diagnostizierter Diabetesfälle bei postmenopausalen Frauen nimmt ab. Dies war sowohl für die orale als auch die transdermale Gabe von Estrogenen, wie etwa Gynokadin® Dosiergel, zu objektivieren.
In Frankreich wurde jetzt geprüft, ob verschiedene Arten der Hormontherapie – sowohl die Applikationsart der Estrogene als auch die Art der eingesetzten Gestagene – diesen positiven Nebeneffekt unterschiedlich beeinflussen.
Basis der Auswertung ist die prospektive französische Kohortenstudie E3N mit insgesamt 63.624 postmenopausalen Frauen. In dieser Kohorte, die 663.087 Frauenjahre repräsentiert, traten während des Beobachtungszeitraums von im Mittel 10,4 Jahren 1.220 neu diagnostizierte Fälle von Diabetes Typ 2 auf. Verglichen mit Frauen, die nie Hormone gegen klimakterische Beschwerden eingenommen hatten und nach BMI-Adjustierung als zeitabhängiger Variable, war das Risiko für die Erstdiagnose eines Diabetes bei Hormonanwenderinnen signifikant geringer (HR 0,82). Die orale Estrogengabe bewirkte dabei eine stärkere Risikoreduktion als die transdermale Applikation (HR 0,68 versus 0,87).

Ein Drittel weniger neue Diabetesfälle

Bei der Kombination mit Gestagenen konnten die Autoren insgesamt keine signifikanten Unterschiede in Abhängigkeit von der Applikationsart der Estrogene ausmachen. Nur transdermales Estrogen in Verbindung mit Progesteron oder aber orales Estrogen kombiniert mit Cyproteronacetat bzw. Norethisteronacetat waren mit einem statistisch signifikant niedrigeren Diabetesrisiko als in der Kontrollgruppe der „Never-user“ assoziiert (HR 0,67, 0,44, 0,44, Lauzon-Guillain et al. 2009).
Gefährdet für die Entwicklung eines postmenopausalen Diabetes sind in erster Linie Patientinnen mit Hyper-androgenämie (PCO-Syndrom) und Frauen mit metabolischem Syndrom. Bei gegebener Indikation für eine Hormontherapie empfiehlt die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft seit Jahren die transdermale Gabe von Estrogenen, da sie relativ stoffwechselneutral ist. Eine Substitution mit transdermalem Estradiol und Progesteron ist in der Lage, Triglyzeride und Blutdruck zu senken sowie die Insulin-Sensitivität und Endothelfunktion zu verbessern. Gelformen wie Gynokadin® Dosiergel bieten zudem den Vorteil der einfachen Dosierbarkeit und erlauben die „Titration“ der niedrigsten wirksamen Menge.

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