Die Adipositas-Welle rollt. Übergewichtige Frauen nehmen
postmenopausal verstärkt zu. Besteht die Indikation zur
Hormontherapie, ist die transdermale Gabe von Estrogenen
aufgrund des erhöhten Thromboserisikos sicherer als die
orale Applikation. Dass sich damit auch die
Diabetes-Inzidenz senken lässt, zeigt die aktuelle
Auswertung der E3N-Studie in Frankreich.
Was zwei US-Studien für konjugierte Estrogene und
Medroxyprogesteronacetat (MPA) gezeigt haben, ist jetzt in
einer prospektiven französischen Beobachtungsstudie mit
hohen Fallzahlen und langer Nachbeobachtung erstmals für
unterschiedliche Kombinationen der Hormontherapie
dokumentiert: Die Inzidenz neu diagnostizierter
Diabetesfälle bei postmenopausalen Frauen nimmt ab. Dies war
sowohl für die orale als auch die transdermale Gabe von
Estrogenen, wie etwa Gynokadin® Dosiergel, zu objektivieren.
In Frankreich wurde jetzt geprüft, ob verschiedene Arten der
Hormontherapie – sowohl die Applikationsart der Estrogene
als auch die Art der eingesetzten Gestagene – diesen
positiven Nebeneffekt unterschiedlich beeinflussen.
Basis der Auswertung ist die prospektive französische
Kohortenstudie E3N mit insgesamt 63.624 postmenopausalen
Frauen. In dieser Kohorte, die 663.087 Frauenjahre
repräsentiert, traten während des Beobachtungszeitraums von
im Mittel 10,4 Jahren 1.220 neu diagnostizierte Fälle von
Diabetes Typ 2 auf. Verglichen mit Frauen, die nie Hormone
gegen klimakterische Beschwerden eingenommen hatten und nach
BMI-Adjustierung als zeitabhängiger Variable, war das Risiko
für die Erstdiagnose eines Diabetes bei Hormonanwenderinnen
signifikant geringer (HR 0,82). Die orale Estrogengabe
bewirkte dabei eine stärkere Risikoreduktion als die
transdermale Applikation (HR 0,68 versus 0,87).
Ein Drittel weniger neue Diabetesfälle
Bei der Kombination mit Gestagenen konnten die Autoren
insgesamt keine signifikanten Unterschiede in Abhängigkeit
von der Applikationsart der Estrogene ausmachen. Nur
transdermales Estrogen in Verbindung mit Progesteron oder
aber orales Estrogen kombiniert mit Cyproteronacetat bzw.
Norethisteronacetat waren mit einem statistisch signifikant
niedrigeren Diabetesrisiko als in der Kontrollgruppe der „Never-user“
assoziiert (HR 0,67, 0,44, 0,44, Lauzon-Guillain et al.
2009).
Gefährdet für die Entwicklung eines postmenopausalen
Diabetes sind in erster Linie Patientinnen mit
Hyper-androgenämie (PCO-Syndrom) und Frauen mit
metabolischem Syndrom. Bei gegebener Indikation für eine
Hormontherapie empfiehlt die Nordamerikanische
Menopause-Gesellschaft seit Jahren die transdermale Gabe von
Estrogenen, da sie relativ stoffwechselneutral ist. Eine
Substitution mit transdermalem Estradiol und Progesteron ist
in der Lage, Triglyzeride und Blutdruck zu senken sowie die
Insulin-Sensitivität und Endothelfunktion zu verbessern.
Gelformen wie Gynokadin® Dosiergel bieten zudem den Vorteil
der einfachen Dosierbarkeit und erlauben die „Titration“ der
niedrigsten wirksamen Menge.
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