Alles zu fest im Griff? Handschmerzen besser vorbeugen

Bei den meisten von uns sind sie mindestens fünf Tage die Woche im unermüdlichen und oft recht monotonen Dauereinsatz: die Hände. Ob man nun als Büroangestellter auf der Tastatur oder als Friseur mit der Schere klappert, als Konditor Kuchenteig oder als Physiotherapeut Patienten „knetet“– vor allem die sich ständig wiederholenden Handgriffe des Alltags können zu Schmerzen in Händen und Handgelenken führen. Bei Überbelastung sind dann oft schon einfache Handbewegungen plötzlich schmerzhaft. Den Griff zu lockern und auch mal die Hände in den Schoß zu legen, kann Beschwerden vorbeugen.
Die Hand des Menschen besteht aus einem feinen Knochengerüst, Muskeln, einem komplexen Band- und Sehnenapparat, Blutgefäßen und einer sensiblen Nervenversorgung. Anatomisch lässt sie sich grob in Handwurzel, Mittelhand mit Handfläche, Handrücken und Finger einteilen. Um feinmotorische Bewegungen wie Greifen und Tasten zu ermöglichen, ist das perfekte Zusammenspiel aller genannten Strukturen nötig.

Selten nur ein Finger – meist die ganze Hand

Handschmerzen können durch Unfälle, Entzündungen, akute oder chronische Überlastung und Verschleißerscheinungen entstehen und die Knochen, Gelenke, Muskeln, Bänder, Sehnen aber auch Adern und Nerven betreffen. Ob es sich nun um einen Bluterguss unter dem Fingernagel, einen umgeknickten Finger oder gar einen Bruch handelt – meist tut dann die ganze Hand weh und nicht selten strahlen die Schmerzen auch in den Arm aus. Umgekehrt können Schmerzen an Armen, Schultern und Nacken auch in die Hände ausstrahlen.
Ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Handschmerzen ist chronische Überlastung. Stereotype Tätigkeiten können zur Entwicklung eines sogenannten RSI- oder CTD-Syndroms führen. RSI („Repetitive Strain Injury“) bedeutet die „Beschädigung durch sich wiederholende Belastung“ und meint Beschwerden wie „Mausarm“, steife Finger und Handgelenke, Kribbeln, Taubheitsgefühl der Hände und schmerzhafte Schwellungen der Fingergelenke; CTD („Cumulative Trauma Disorders“) beschreibt anatomisch nachweisbare Veränderungen aufgrund einer Vielzahl kleiner aufeinanderfolgender Mikroverletzungen wie etwa das Karpaltunnelsyndrom oder Sehnenscheidenentzündungen.

Natürliche Linderung plötzlicher Schmerzen

Wie man Handschmerzen behandelt, richtet sich nach der Ursache. Chronische oder sehr starke Beschwerden mit Bewegungseinschränkungen gehören grundsätzlich in die Hände eines Arztes. Treten die Beschwerden jedoch nur kurzzeitig durch vorübergehende Überlastung oder Reizung auf, kann etwa die sogenannte PECH-Regel – Pause, Eis, Compression und Hochlagerung – für Erleichterung sorgen. Optimal ist die Ruhigstellung der Hand mit einem Salbenverband. Ein rezeptfreies natürliches Arzneimittel aus der Apotheke enthält Auszüge aus 14 natürlichen Wirkstoffen wie Arnika (Arnica montana), Beinwell (Symphytum), Kamille (Chamomilla) und Zaubernuss (Hamamelis), die sich in ihrer Wirkung ergänzen. Es setzt an unterschiedlichen Punkten des Heilungsverlaufes an – Entzündungen, Schwellungen und Schmerzen werden gelindert.

PC-Arbeit belastet die Hände besonders

Um keine chronischen Überlastungsbeschwerden zu riskieren, sollte man die Hände im Berufsalltag so gut wie möglich entlasten. „Gift“ sind generell sich wiederholende Tätigkeiten. Vom Bäcker bis zum Banker, vom Maler bis zum Masseur: Handschmerzen betreffen alle Berufsgruppen. Doch vor allem Computertätigkeiten, insbesondere die Arbeit mit der Maus, wird oft unterschätzt. Neben „Basics“ wie einem ergonomischen Arbeitsplatz mit Gel-Mousepad und handfreundlicher Tastatur sowie der richtigen Sitzhaltung können folgende Tipps die Hände entlasten und Beschwerden vorbeugen:
Finger weg! In regelmäßigen Abständen die Hände von der Maus und der Tastatur nehmen, um die Hände zu entlasten.
Gib mir zehn! Mit zehn Fingern zu tippen, verteilt die Belastung gleichmäßig.
Andere Wege gehen! Mit „Shortcuts“, also Tastaturbefehlen, geht es oft nicht nur schneller – man kann zudem auch etliche Mausklicks einsparen.
Für Abwechslung sorgen! In viele Tastaturen ist heute ein sogenannter „Trackball“ integriert, der die Aufgaben der klassischen Maus übernimmt und zwischendurch für Entlastung sorgen kann. Notebooks sind meist mit leicht zu bedienenden Trackpads ausgestattet, die man zur Entlastung der „Maushand“ auch nutzen sollte.
„Zweihändig“ arbeiten! Um die Arbeit gerecht auf beide Hände zu verteilen, empfiehlt es sich, zwei Mäuse an den Computer anzuschließen – eine links, eine rechts – und diese abwechselnd zu nutzen.
Für Ausgleich sorgen! In Computerpausen – zum Beispiel während eines Telefonats – die Zeit für Ausgleichsbewegungen nutzen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ratgeberzentrale.de

Bildquelle: Schuster PR/Thinkstock/Ingram Publishing

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