Schwindelbeschwerden im Alter unbedingt ernst nehmen

Mit hin und wieder auftretenden Schwindelgefühlen ist der Mensch von Kindesbeinen an immer wieder konfrontiert. Das Gute daran: Meist weiß man, woher das schwindelige Gefühl kommt und dass es auch gleich wieder vorbei ist. Niemand würde deshalb zum Arzt gehen! Doch mit den Jahren sollte man diese Haltung überdenken – insbesondere wenn Schwindel plötzlich und häufig auftritt. Dies ist bei etwa jedem fünften über 60-Jährigen und jedem zweiten über 80-Jährigen der Fall. (1) Wiederkehrende Schwindelbeschwerden können die Lebensqualität stark einschränken und im Alter eine ernsthafte gesundheitliche Gefahr darstellen. Sie sollten daher von einem Arzt abgeklärt und behandelt werden.

Diffuses Gefühl, handfeste Diagnose

Schwindelig, schwankend, schwummrig – in jüngeren Jahren handelt es sich dabei meist um eine kurzfristige Wahrnehmung mit klar ersichtlichem Grund. Den allerersten „Drehwurm“ holt man sich oft quietschvergnügt auf dem Spielplatz  oder auf dem Rummel. Später wird einem dann in eher unangenehmer Weise im Aufzug, auf der Rolltreppe, in großer Höhe oder auf einem Schiff schwindelig. Junge Menschen wissen: „Es geht gleich wieder.“ Wegen einer einmaligen Schwindelepisode zum Arzt zu gehen, käme niemandem in den Sinn. Häufiger auftretende Schwindelbeschwerden im höheren Alter mit der gleichen Lässigkeit abzutun, kann dagegen schlimme Folgen haben.

Schwindel als gesundheitlicher Risikofaktor

Zwar gehen die oft auch etwas uncharmant als „Altersschwindel“ bezeichneten Beschwerden auf altersbedingte körperliche Veränderungen zurück – sie als harmlose Alterserscheinung abzutun und einfach hinzunehmen, wäre dennoch ein Fehler. Denn wie Experten jüngst bei der HNO-Jahrestagung 2017 in Erfurt berichteten, ist Schwindel bei älteren Patienten ein bedeutender Risikofaktor für Stürze, Ohnmacht, körperliche Funktionseinbußen und Pflegebedürftigkeit. Auch die Gefahr von Schlaganfällen steigt. Daher sollten ältere Menschen mit häufiger auftretenden oder zunehmenden Schwindelbeschwerden unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Genaue Angaben erleichtern die Diagnose

Erster Ansprechpartner ist meist der Hausarzt, bei hoch betagten Patienten auch der Geriater. Um die Ursache von Schwindel herauszufinden, genügen oft schon einfache Fragen – etwa nach Häufigkeit und Dauer der Schwindelattacken oder nach Auslösern wie bestimmten Bewegungen. Auch die Frage nach dem subjektiven Schwindelerleben ist von Bedeutung. Der Arzt will beispielsweise wissen: Scheint sich die äußere Umgebung zu drehen, schwankt der Boden, fühlt man sich während eines Schwindelanfalls benommen oder hat man einen klaren Kopf? Um alle Fragen beantworten zu können, ist es ratsam, persönliche Aufzeichnungen mit zum Arzt zu bringen. Grundsätzlich sollte man es sich zur Gewohnheit machen, alle wichtigen Angaben zu auftretenden Schwindelepisoden in einem „Schwindeltagebuch“ festzuhalten. Bei älteren Patienten kann es auch hilfreich sein, von einem nahen Angehörigen – etwa Sohn oder Tochter – zum Arzt begleitet zu werden.

Häufige Schwindelerkrankungen

Konnten organische Ursachen wie eine Herzkreislauf-Erkrankung ausgeschlossen werden, versucht der Arzt mit verschiedenen Tests eine bestimmte zugrundeliegende Schwindelerkrankung festzustellen. Sehr häufig kommt der sogenannte gutartige Lagerungsschwindel vor, bei dem sich kleine Kalkkristalle in die Bogengänge des Innenohres verirren und bei bestimmten Kopfbewegungen kurze Schwindelattacken auslösen. Sogenannte „Lagerungsmanöver“ können die Ohrsteinchen – und damit auch die Beschwerden – beseitigen. Auch „Blutdruckschwindel“, bei dem es durch zu schnelles Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen zu einem plötzlichen Abfall des Blutdrucks und infolgedessen zu vorübergehendem Schwindel kommt, macht vielen Älteren zu schaffen. Oft liegt die Lösung darin, blutdrucksenkende Mittel abzusetzen. Die Innenohrerkrankung Morbus Menière verursacht ebenfalls Schwindelanfälle, die mehrere Minuten bis Stunden andauern.

Den körpereigenen Gleichgewichtssinn fördern

Bei vielen älteren Patienten kommt es auch altersbedingt zu einem meist einseitigen Funktionsverlust der Gleichgewichtsorgane im Innenohr. Dies führt  zu Schwindel und Gangunsicherheit – insbesondere auf unebenem Boden und im Dunkeln. Durch die gezielte Förderung des Gleichgewichtssinns (Kompensation) können die Schwindelbeschwerden gelindert werden. Betroffenen Patienten wird meist die regelmäßige Ausführung von Gleichgewichtsübungen empfohlen. Ein Training gibt es als kostenlosen Service unter www.schluss-mit-schwindel.de im Internet. Neun Gleichgewichtsübungen werden hier in einzelnen Trainingsvideos angeleitet. Zusätzlich gibt es ein Gratis-Übungsposter zum Download.

Natürliches Arzneimittel ohne dämpfende Wirkung

In der medikamentösen Therapie folgen viele Ärzte den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM), die in ihrer hausärztlichen Leitlinie zur Schwindeltherapie das Naturarzneimittel Vertigoheel als einziges natürliches Präparat aufführt. Anders als chemische Schwindelarzneien, hat Vertigoheel keine dämpfende Wirkung. Daher beeinträchtigt es nicht die Anpassungsmechanismen des Gehirns, die es zu fördern gilt. Studien zufolge senkt Vertigoheel die Anzahl, Dauer und Stärke von Schwindelattacken. Das natürliche Arzneimittel weist der Leitlinie zufolge keine unerwünschten Arzneimittelwirkungen auf und kann problemlos mit bereits bestehenden Medikationen kombiniert werden.

 

Weitere Informationen zum Thema unter
www.schluss-mit-schwindel.de

Quelle:
(1) Jahn K, et al.: Dizziness and unstable gait in old age. DOI: 10.3238/arztebl.2015.0387

Bildquelle: Schuster PR/Thinkstock/Stockbyte

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