Natürliches Progesteron bei Zyklusstörungen

Zu kurz, zu lang, zu stark oder gar nicht? Ist der Zyklus unregelmäßig, gerät das Wohlbefinden einer Frau oft völlig aus dem Lot. Abhilfe kann in vielen Fällen eine rezeptpflichtige Therapie mit natürlichem Progesteron in Form von Weichkapseln schaffen. Nachdem diese Behandlungsmethode in anderen europäischen Ländern schon lange etabliert ist, wurde natürliches Progesteron nun auch in Deutschland für die Behandlung von Progesteronmangel-bedingten Zyklusstörungen zugelassen.

Die meisten Frauen bekommen es irgendwann mit einem unregelmäßigen Zyklus zu tun. Spätestens mit Beginn der Wechseljahre ist es meist vorbei mit dem immer gleichen Rhythmus – oft auch schon früher. Wenn „die Tage“ zu lang, zu kurz, zu stark oder gar nicht kommen, ist das körperlich aber auch nervlich eine große Belastung. Wenn ein hormoneller Mangel die Ursache ist, kann natürliches Progesteron helfen, den regelmäßigen Zyklus wiederherzustellen.

Auch zur Behandlung von Zyklusstörungen

Die oral einzunehmenden Weichkapseln enthalten körperidentisches Progesteron, das unter anderem aus dem Diosgenin der Yamswurzel gewonnen wird, und bringen den Körper bei einem Progesteronmangel wieder in eine harmonische Hormon-Balance zurück. Eine aktuelle Studie hat die therapeutische Wirkung mit eindeutigem Ergebnis untersucht (1). Bei 90 Prozent der Probandinnen ließ sich mit 300 mg Progesteron eine Entzugsblutung auslösen (Placebo 29 Prozent). Alle befanden sich noch nicht in den Wechseljahren und hatten drei Monate oder länger keine Periode mehr, aber einen ausreichend hohen Östrogen-Spiegel. Mit einer Dosis von 200 mg täglich gelang dies bei 58 Prozent.

Mit Zyklusstörungen zum Frauenarzt

Frauen, die unter Zyklusstörungen wie etwa einer zu langen, zu kurzen, zu starken, zu schwachen oder dauerhaft ausbleibenden Regel leiden, sollten in jedem Fall ihren Frauenarzt aufsuchen. Er kann die Ursachen abklären und bei einer hormonellen Störung den Zyklus mit einer verschreibungspflichtigen Therapie in individuell geeigneter Dosierung wieder ins Lot bringen.

Altbekannter Nutzen für die Gebärmutter

Aus der kombinierten Hormonersatztherapie bei Wechseljahresbeschwerden ist Progesteron seit langem nicht mehr wegzudenken. Frauenärzte verordnen das natürliche Gestagen, um die Gebärmutterschleimhaut vor gefährlichen Wucherungen zu schützen. Diesen Effekt hat aktuell auch ein internationales Experten-Team um Prof. Dr. Petra Stute, Leiterin des Forschungslabors Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie an der Universitäts-klinik Bern, nach Beurteilung verfügbarer Studien bestätigt. Demnach scheint eine Anwendung von 200 mg Progesteron an 12 bis 14 Tagen pro Monat für bis zu fünf Jahre wirksam zu sein. (2)

Quellen:
(1) Shangold M et al., Fertil Steril 1991; 65(6):1040
(2) Stute P, Neulen J, Wildt L, Climacteric 2016; Bd 19, Nr 4: 316-328

Bildquelle: Schuster PR/Thinkstock/Yuri Arcurs

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