Früherkennungs-Guide für die Frau

Schlüssel für eine gute Gesundheit

Vorbeugung ist die beste Medizin. Das weiß der schlaue Volksmund schon längst. Und die moderne Medizin erst recht. Doch Prävention ist mehr als Gesundheitsvorsorge durch Sport, Ernährung oder Stressabbau. Auch Früherkennungsuntersuchungen beim Arzt gehören dazu. Besonders für Frauen in den Wechseljahren. Denn mit den Hormonen schwinden auch die „Wächter“ für weibliches Wohlbefinden und Gesundheit. Im Kalender der Früherkennung stehen acht wichtige Untersuchungen, mit denen Frauen ab 50 gesundheitlichen Risiken vorbeugen können.

Ein Herzenswunsch jeder Frau: Mit Wohlgefühl gesund älter werden. Prävention heißt das Zauberwort, mit dem dieser Wunsch wahr werden kann. In der Tat: Gute Vorbeugung kann dabei helfen, Entstehungsfaktoren von Krankheiten zu entdecken, bevor sie krank machen können. Sich einzig und allein auf „gute
Gene“ zu verlassen und darauf zu bauen, dass die moderne Medizin im Ernstfall schon helfen wird, genügt nicht. Besonders nicht in den Wechseljahren. Denn in dieser Lebensphase macht die nachlassende Produktion der weiblichen Sexuahormone Östrogen und Progesteron Frauen auch anfälliger für ehemals typische Männerkrankheiten.

Einfluss von Östrogen auf die Gesundheit

Welche geschlechtsspezifischen Auswirkungen Sexualhormone auf die Gesundheit haben – dieser drängenden Frage geht die noch junge Wissenschaft der Gender-Medizin auf den Grund. Neuesten Erkenntnissen nach steigt für Frauen in den Wechseljahren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Was viele nicht wissen: Östrogen spielt beim Schutz der weiblichen Blutgefäße eine wesentliche Rolle. Sinkt der Hormonspiegel in den Wechseljahren, steigt gleichzeitig auch die Gefahr für Arteriosklerose. Sinkende Östrogen-Spiegel erhöhen dadurch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Hormontherapie mit positiven Effekten

Müssen sich Frauen aufgrund starker Wechseljahresbeschwerden einer ärztlich verordneten Hormontherapie unterziehen, kann die Behandlung auch positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel, die Gefäße und das Knochenskelett haben. In verschiedenen Untersuchungen konnte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Osteoporose gesenkt werden. Immer mehr Frauenärzte empfehlen bevorzugt die Anwendung von Östradiol auf der Haut – etwa in Form eines Gels. Das Gel lässt sich individuell und niedrig dosieren, das Thrombose-Risiko wird durch die äußerliche Anwendung nicht relevant erhöht.

Früherkennung – auch das ist gesunde Prävention

Prävention meint aber nicht nur einen gesundheitsbewussten Lifestyle mit Bewegung, vollwertiger Ernährung, gesundem Schlaf und einem ausgeklügelten Stress-Management. Auch Früherkennungsuntersuchungen sind ein wesentlicher Bestandteil einer Rundum-Prävention. Sie helfen, gesundheitliche Risiken rechtzeitig zu entlarven und Krankheiten so früh wie möglich zu erkennen. Des-halb werden von den gesetzlichen Krankenkassen zahlreiche Untersuchungen angeboten. Wie das Bundesministerium für Gesundheit berichtet, hapert es in dieser Hinsicht aber bei vielen Frauen: Nur 48 Prozent der Berechtigten nehmen das kostenlose Angebot in Anspruch.

Gesundheitsfahrplan kann Leben retten

Folgende kostenlose gesetzliche Früherkennungsuntersuchungen sollten Frauen fest in ihrem Terminkalender notieren und auch wahrnehmen:
► Zahnmedizinische Vorsorge: Ab dem 18. Lebensjahr einmal jährlich. Das ist nicht nur für schöne Zähne wichtig, sondern auch, weil Entzündungsherde im Mund die Gesundheit des Herzens oder der Nieren beeinträchtigen können.
► Gebärmutterhals- und Muttermund-Check: Einmalig im Alter zwischen 20 und 22 Jahren. Beim so genannten Pap-Test wird der Abstrich unter dem Mikroskop auf verdächtige Zellen untersucht.
► Brustabtasten: Ab dem 30. Lebensjahr jedes Jahr. Der Gynäkologe tastet die Brust und die Lymphknoten der Achselhöhlen auf Verhärtungen und Knoten ab. Darüber hinaus sollte man regelmäßig auch selbst die Brust auf Veränderungen abtasten. Leichter geht es mit der kostenlosen App „Monatliche Selbstuntersuchung der Brust“ für iOS und Android, die neben praktischen Tipps auch eine Erinnerungsfunktion bereithält.
► Mammographie: Zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenlos. Davor und danach kostenpflichtig für circa 60 bis 80 Euro. Röntgenaufnahmen geben Aufschluss über die Feinstrukturen der Brust. Tipp: Durch eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung werden bis zu 30 Prozent mehr Tumoren entdeckt.
► Check-up 35: Alle zwei Jahre. Der Hausarzt begutachtet den allgemeinen Gesundheitszustand. Dazu gehören eine Ganzkörperuntersuchung mit Blutdruckmessung und EKG sowie eine Laboruntersuchung von Blut und Urin, bei der unter anderem Gesamtcholesterin, Glukose, Eiweiß sowie rote und weiße Blutkörperchen geprüft werden.
► Hautkrebs-Screening: Ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre beim Dermatologen oder beim Hausarzt, der den Körper vom Scheitel bis zur Sohle in Augenschein nimmt. Eine Dermatoskopie mit Mikroskop und Licht ist in der Kassenleistung nicht vorgesehen.
► Dickdarm-Krebs-Check: Ab dem 50. Lebensjahr jährlich. Der Stuhl wird mithilfe eines Labortests auf nicht sichtbares (okkultes) Blut untersucht. Anus und Enddarm werden auf Veränderungen abgetastet.
► Darmspiegelung: Ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre. Der Gastroenterologe inspiziert mit einem Endoskop den gesamten Darmtrakt auf krankhafte Veränderungen. Die Untersuchung dauert circa 20 Minuten und wird in leichtem Dämmerschlaf durchgeführt.
Weitere Informationen unter www.hormontherapie-wechseljahre.de und www.progesteron.de

Bildquelle: Schuster PR/Thinkstock/Cathy Yeulet

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